In Vorfreude auf den Letzigrund

Sport / 10.08.2014 • 22:27 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Andreas Vojta hat am Freitagmittag in Zürich über 1500 Meter seinen ersten großen EM-Auftritt. Foto: gepa
Andreas Vojta hat am Freitagmittag in Zürich über 1500 Meter seinen ersten großen EM-Auftritt. Foto: gepa

Österreichs junge Athleten kennen das EM-Stadion in Zürich nur vom Hörensagen.

leichtathletik. Die Rolling Stones, Robbie Williams, Madonna, Bruce Springsteen, U2 und Bon Jovi – sie alle gaben schon Open-Air-Konzerte im Stadion Letzigrund. Der Gedanke an die Arena, die auch ein Schauplatz der Fußball-EM 2008 war, und in der jährlich das Leichtathletik-Meeting „Weltklasse Zürich“ ausgetragen wird, zaubert Österreichs jungen Athleten vor der EM in Zürich ein Grinsen ins Gesicht.

EIne Geburtstagstorte

Laut historischem Lexikon der Schweiz wird als Letzi „eine lineare Befestigung oder Landwehr im Gelände, welche das Eindringen eines Feindes in ein Territorium verhindern soll“ bezeichnet. Der Name aus dem Mittelalter hielt sich für die Gegend im Westen von Zürich, das Stadion erlebte nach dem Bau 1925 und Abriss 2006 im darauffolgenden Jahr eine Wiedergeburt.

Die multifunktionale Arena gehört der Stadt Zürich, sie ist Heimstätte der Fußballclubs FC Zürich und auch der Grass­hoppers, die sich seit dem Auszug aus dem Hardturm-Stadion dort im Exil befinden. Zudem ist der Leichtathletikverein LC Zürich im Letzigrund angesiedelt. Das Stadion wird wegen der 31 in den Himmel ragenden Scheinwerfer auch als Geburtstagstorte bezeichnet. 25 Weltrekorde in der Leichtathletik wurden dort aufgestellt.

Groß ist die Vorfreude auf das Letzigrund bei Andreas Vojta. „Die Leute dort wissen einfach, wie man so große Veranstaltungen aufzieht. Ich denke, dass wir bei den Finalsessions immer volles Haus haben und von der Stimmung ordentlich gepusht werden. Es ist ein Erlebnis, da dabei sein zu dürfen. Natürlich will ich bei so einer Veranstaltung, die sicher in ganz Europa ihren Anklang finden wird, eine gute Leistung zeigen“, sagte der 1500-m-Läufer.

Da es im Letzigrund mit dem „Weltklasse Zürich“ ein etabliertes Meeting gäbe, sei ein fachkundiges Publikum zu erwarten. „Da wird die Begeisterung groß sein. Ich hoffe, dass sich das auf mich übertragen kann und meine Beine eine Spur schneller werden.“ Außerdem wartet am Ende jedes Tages ein besonderer Show-Act auf Sportler und Publikum.

Neuland für Distelberger

Dass das Letzigrund etwas Besonderes ist, weiß Speerwerferin Elisabeth Eberl, wenn sie ihren Trainer Gregor Högler befragt. „Wenn Gregor drüber spricht, leuchtet sein Gesicht. Ich freue mich schon so darauf, weil er einfach so davon schwärmt und sagt, wie toll das ist. Ich freue mich sehr auf den Wettkampf und es wäre super, wenn das Interesse von den Zuschauern groß ist.“ 25.000 Zuschauer finden während der EM Platz.

Ebenfalls noch nie dort war Zehnkämpfer Dominik Distelberger: „Ich habe Bilder gesehen und Geschichten gehört. Ich glaube, die Schweizer werden eine super Atmosphäre schaffen.“ EM-Neuling Thomas Kain hat ebenfalls bereits Erkundigungen eingeholt: „Wenn da mal Stimmung ist, geht es dort ab. Ich habe Videos gesehen, das wird eine Supererfahrung und ein Riesen-Event.“ Wenn er daran denke, dort bald auf der Laufbahn zu stehen, bekomme er „immer so ein leichtes Grinsen“, fügte der Hürdenläufer an.

Leichtathletik

Österreichische Medaillengewinne bei 21 Freiluft-EM

Gold (2)

1969 Athen: Liese Prokop Fünfkampf

1971 Helsinki: Ilona Gusenbauer Hochsprung

Silber (1)

1950 Brüssel: Herma Bauma Speerwurf

Bronze (4)

1938 Paris: Karl Kotraschek* Dreisprung

1969 Athen: Maria Sykora 400 m

1990 Split:Hermann Fehringer Stabhoch

1998 Budapest: Stephanie Graf 800 m

*startete offiziell für Deutschland

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.