Die Befragungen werden fortgesetzt

Sport / 12.08.2014 • 22:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hier werden die Wettbetrüger ins Verhör genommen. Foto: gepa
Hier werden die Wettbetrüger ins Verhör genommen. Foto: gepa

Dritter Verhandlungstag im Prozess um den Fußball-Wettbetrugs-Skandal.

fussball. Im Grazer Straflandesgericht ist der Prozess rund um den Fußball-Wettbetrug fortgesetzt worden. Fünf Fußballern und fünf weiteren Angeklagten wird vorgeworfen, 18 Bundesliga-Spiele zumindest versuchsweise manipuliert zu haben. Als Zweiter wurde am dritten Verhandlungstag ein Serbe befragt, der Kontakt zu Spielern des SV Mattersburg hergestellt haben soll. Er fühlte sich nicht schuldig. Der Beschuldigte arbeitet als Bademeister in Wien und erklärte sofort, er habe mit Manipulationen nie etwas zu tun gehabt. Sein Kontakt zum ebenfalls angeklagten Spieler Sanel Kuljic bestand nur, weil er aus dem selben Ort stamme wie die Frau des Fußballers. „Das bringt Sie aber nicht auf die Anklagebank“, so Richterin Elisabeth Juschitz. Im Raum standen drei Spiele des SV Mattersburg, die laut Anklage manipuliert werden sollten, was aber nur teilweise gelang. Der Serbe hatte angeblich den Kontakt zu – bisher unbekannten –Spielern des Vereins hergestellt und diese auch bezahlt. „Ich habe damit nichts zu tun, ich habe nichts manipuliert“, blieb der Beschuldigte bei seinen Angaben.

In Erklärungsnot

Dass er bei der Polizei vor nicht einmal einem Jahr noch zugegeben hatte, den Kontakt hergestellt zu haben, war ihm anscheinend entfallen. „Ich vergesse einiges, weil ich einen Tumor habe“, lautete seine Erklärung. Daraufhin konfrontierte ihn die Richterin mit seinen Angaben. Er sei nach Tirana gefahren, wo auch mutmaßliche Hintermänner des Wettbetrugs waren, dort nahm man ihm sofort den Pass ab und er musste über den Balkon seines Hotelzimmers mittels zusammengeknüpfter Leintücher flüchten. „Ich bin noch nicht dazu gekommen, das heute zu erzählen“, meinte er dazu nur.

Sanel Kuljic hatte angegeben, der Serbe habe sich mit ihm getroffen, über die Manipulationen gesprochen und ihm auch Geld dafür übergeben. „Das ist eine Lüge“, so der Angeklagte.

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