Mit Kraftakt den Traum realisiert

Sport / 13.08.2014 • 20:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Janine Lais ist bei den Olympischen Jugendspielen in China im Einzel und Mixed am Start. Foto: paulitsch
Janine Lais ist bei den Olympischen Jugendspielen in China im Einzel und Mixed am Start. Foto: paulitsch

Janine Lais ist bei den Olympischen Jugendspielen in China im Einzel und Mixed im Einsatz.

jugendspiele. (VN-akp) Es war ein arbeitsintensiver und steiniger Weg, den Badmintonspielerin Janine Lais seit September 2013 eingeschlagen hatte. Nach einer langwierigen Verletzung, zugezogen bei den U-17-Europameisterschaften im März des Vorjahrs, setzte sich die ehrgeizige Hohenemserin das Ziel, einen der begehrten Startplätze für die zweiten Olympischen Welt-Jugendspiele (YOG 2014) zu holen. Am Ende hat sich der Einsatz gelohnt und Lais wird am Samstag bei der Eröffnungsfeier im chinesischen Nanjing mit dem rot-weiß-roten Team ins Stadion einlaufen.

Den Grundstein dafür legte Lais mit guten Resultaten bei internationalen Turnieren, davon elf Junior Internationals in Litauen, Kroatien, Slowenien, Slowakei, Tschechien, Polen, Ungarn, Spanien, Deutschland, Italien und Israel. Lais gelang der Sprung in der U-19-Weltrangliste von Position 245 (September 2013) auf Platz 37. Da es bei den YOG-Spielen pro Nation nur einen Startplatz gibt, rückte sie in der bereinigten Rangliste auf Rang 27 vor, gleichzeitig der letzte freie Platz. „Besonders der Reisestress war enorm, teilweise war ich nur einen Tag pro Woche in der Schule. Aber ich habe bei den internationalen Turnieren extrem viel Erfahrung gesammelt. Doch am Ende hat sich der große Aufwand gelohnt und ich habe den Startplatz geholt“, beschreibt Lais die Eindrücke rückblickend.

Dank an die Schule

Nachdem Anfang Mai die YOG-Teilnahme bestätigt wurde, galt dann die ganze Konzentration dem erfolgreichen Abschluss des Schuljahres. „Ohne die große Flexibilität am Sportgymnasium bei den Freistellungen wäre die Qualifikation sicher nicht möglich gewesen“, dankt Lais den Verantwortlichen. „Sie haben maßgeblichen Anteil an der Verwirklichung meines sportlichen Traumes.“

Die letzten Wochen vor dem Abflug Richtung Nanjing hat Lais im ÖBV-Leistungszentrum in Wien unter der Leitung der ÖBV-Jugendteamtrainer Krasimir Yankov und Daniel Grassmück trainiert.Eine ihrer Sparringpartnerinnen dabei war Alexandra Mathis. Die 22-jährige Bregenzerin nahm 2010 an den ersten YOG-Spielen in Singapur teil und gab ihre Landsfrau einige Tipps für den Auftritt auf der olympischen Bühne mit auf den Weg. „Ich soll einfach jede Minute genießen. Solche speziellen Momente gebe es vielleicht nie wieder in meiner Karriere“, erklärte Lais.

Ziele immer höher gesteckt

In ihrer Kindheit war Lais Allrounderin und versuchte sich als Kunstturnerin, im Reiten und im Sportklettern. Mit acht Jahren kam sie erstmals mit Badminton in Verbindung. „Nach den ersten Erfolgen packte mich der Ehrgeiz. Das Gefühl des Gewinnes hat mir gefallen und gleichzeitig habe ich die Ziele höher geschraubt. Zunächst wollte ich Vereinsmeisterin, dann Landesmeisterin und anschließend österreichische Meisterin werden. Bislang kabe ich alle Ziele erreicht und ich hoffe natürlich, dass dies in der Zukunft auch so sein wird“, betont die 17-Jährige.

Für ihre Premiere auf der olympischen Bühne hat sich die auf Position 46 in der U-19-Weltrangliste positionierte Hohenemserin bereits eine Marschroute zurechtgelegt: „Das Starterfeld umfasst 32 Athletinnen und wird in acht Vierergruppen aufgeteilt. Ich werde versuchen, in jeder Partie mein Bestes zu geben um die Farben Österreichs würdig zu vertreten“, betont Lais kämpferisch. Neben ihrem Einsatz im Einzelbewerb wird sie zusätzlich an der Seite von Wolfgang Gnedt auch am Mixed-Bewerb teilnehmen.

Nächste Stufe bereits im Visier

Für die Zeit nach der Teilnahme an den YOG-Spielen hat Österreichs Nummer eins in der U-19-Klasse der Mädchen auch schon die nächste Stufe auf der Karriereleiter ins Visier genommen. Sie will in sechs Jahren bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio 2020 erneut olympische Luft atmen.

Mit dem Olympia-Ticket in der Tasche hat sich rückblickend der enorme Aufwand gelohnt.

Janine Lais
Janine Lais mit Maskottchen und Siegerurkunde nach einem VBV-Ranglistenturnier 2008. privat
Janine Lais mit Maskottchen und Siegerurkunde nach einem VBV-Ranglistenturnier 2008. privat

Zur Person

Janine Lais

Die 17-jährige Hohenemserin qualifizierte sich mit dem Sprung von Position 245 (September 2013) auf Platz 37 (Ende April) in der U-19-Weltrangliste für die Jugendspiele in China.

Geboren: 1. April 1997

Wohnort: Hohenems

Ausbildung: Schülerin 8. Klasse Sportgymnasium Dornbirn

Verein: BSV Hohenems

Trainer: Krasimir Yankov und Daniel Grassmück (ÖBV-Jugendteamtrainer), Verena Fastenbauer sowie René Nichterwitz

Sportliche Erfolge: Zehnfache österreichische Meisterin im Einzel, Doppel und Mixed in den Nachwuchsklassen, 2013: ÖBV-Nominierung für U-19-EM im Einzel und Doppel (nach einer Verletzung im Einzel musste sie vorzeitig aufgeben); 2014: bei drei Junior Internationals das Viertelfinale erreicht.

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