Sanel Kuljic streitet vor Gericht Zahlungen ab

Sport / 13.08.2014 • 21:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Sanel Kuljic will keine Zahlungen angenommen haben. Foto: gepa
Sanel Kuljic will keine Zahlungen angenommen haben. Foto: gepa

Ex-Teamspieler verstrickt sich am dritten Prozesstag in widersprüchliche Aussagen.

fussball. Im Grazer Straflandesgericht ist der Prozess um den größten österreichischen Wettbetrug fortgesetzt worden. Die Befragung von Ex-Spieler Sanel Kuljic nahm eine überraschende Wendung, als der Angeklagte angab, er habe für seine Mitwirkung an drei Spiel-Manipulationen nie Geld bekommen. Mit sieben weiteren Fällen will er ebenso wenig zu tun haben wie mit Erpressung und Nötigung.

Am vierten Prozesstag stand der Ex-Bundesliga- und -ÖFB-Team-Spieler Kuljic im Mittelpunkt der Befragungen. Der 37-Jährige soll laut Anklage an der Manipulation von zehn Matches beteiligt gewesen sein, teilweise als Spieler, teilweise soll er nur Abläufe organisiert haben. Angeklagt ist in seinem Fall auch Erpressung und Nötigung.

Kuljic wollte „helfen“

Spannend wurde es, als Kuljic nach stundenlanger Befragung, bei der penibel die einzelnen Spiele besprochen wurden, plötzlich angab, er habe nie Geld für seine Mitwirkung bekommen. Zunächst hatte er nämlich erklärt, mit 5.000 Euro entlohnt worden zu sein. „Sie haben ja gar nichts gemacht, wieso bekommen sie da Geld?“, wunderte sich Richterin Elisabeth Juschitz. Nach einigem Hin und Her kam die überraschende Antwort: „Ich habe das bei meiner Einvernahme nur gesagt, weil mich die Staatsanwältin ausgelacht hat“, so die interessante Variante, die bisher noch keiner gehört hatte.

„Und was habe ich gemacht, dass Sie mir das jetzt noch einmal erzählen?“, fragte die Richterin. „Es ist wichtig, dass es berichtigt wird“, versuchte der Angeklagte, die Kurve zu bekommen. „Haben Sie jetzt Geld bekommen, Ja oder Nein?“, zeigte sich die Richterin schon etwas ungehalten. Kuljic: „Nein.“ „Warum haben Sie denn an den Manipulationen teilgenommen?“, fragte die Richterin. „Weil ich helfen wollte“, so der Angeklagte. „Wenn ich Sie mir so anschaue in den letzten Tagen, ist von Herzlichkeit zwischen Ihnen und den anderen aber nichts zu spüren“, stellte Juschitz trocken fest. Die Richterin bohrte weiter nach: „Wer hatte denn die Idee zu den Manipulationen?“, wollte Juschitz wissen. „Ich glaube, die Initiative ist von Taboga ausgegangen, aber ich will niemanden beschuldigen“, antwortete Kuljic.

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