Selfies, Show und ein gigantisches Feuerwerk

Sport / 17.08.2014 • 22:28 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Melanie Amann startete mit einem neunten Rang. Foto: privat
Melanie Amann startete mit einem neunten Rang. Foto: privat

Spektakuläre Eröffnungsfeier der zweiten Olympischen Jugendspiele in Nanjing.

Jugendspiele. Es sollen Olympische Jugendspiele (YOG) der Superlative werden. Sechs Jahre nach den Sommerspielen in Peking scheut China wieder keine Mühen und Kosten. Zur Eröffnung inszenierte die Sport-Großmacht eine prachtvolle Show. Mit einer spektakulären Eröffnungsfeier haben die Olympischen Jugendspiele in Nanjing begonnen. Vor mehr als 50.000 Menschen im Stadion der ostchinesischen Millionenmetropole erklärte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping die zweiten olympischen Wettkämpfe der Geschichte der 14 bis 18 Jahre alten Sportler für eröffnet. „Genießt eure Spiele!“, rief der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, den 3800 Athleten aus rund 200 Ländern zu, die bis zum
28. August in 28 Sportarten antreten.

Sechs Jahre nach Peking bot die Sport-Großmacht China erneut eine prachtvolle, obwohl verregnete Eröffnungsfeier mit 4000 Darstellern, die eine Brücke von der langen Historie des Landes zur Moderne und zum heutigen „chinesischen Traum“ schlugen. In Massenauftritten präsentierte sich das Reich der Mitte als große Kulturnation. Auch wurde daran erinnert, wie Chinesen in ihrer Geschichte mit Karawanen oder großen Flotten in die weite Welt hinausgezogen sind. Bei der zweistündigen Inszenierung mit Licht- und Lasershow, Tanzszenen, Feuerwerk und teils dramatischen Chor- und Orchestereinlagen war unter anderem UN-Generalsekretär Ban Ki Moon als Ehrengast anwesend.

Hufnagl als ÖOC-Fahnenträger

Chinas Basketballspielerin Dilixiati Dilana trug die Nationalflagge. Ihr von großem Jubel begleiteter Auftritt konnte als Appell an die Einheit des Milliardenvolkes gelten, da die 17-Jährige der Minderheit der Uiguren angehört. Zwischen muslimischen Uiguren und Han-Chinesen in der Unruheregion Xinjiang in Nordwestchina herrschen Spannungen, die sich nach Zusammenstößen und Terroranschlägen jüngst verschärft haben.

Hürdenläufer Dominik Hufnagl trug die österreichische Fahne. „Es war einfach eine Riesenehre für mich“, sagte die 18-Jährige. Das ÖOC-Aufgebot umfasst 33 Mädchen und Burschen. In seiner Rede dankte IOC-Präsident Bach dem „für seine Effizienz weltberühmten“ Gastgeber China, der den jungen Sportlern die Bühne bereitet habe. „Das ist euer Moment!“

Während seiner Rede machte Bach mit Sportlern Selfies und rief die jungen Athleten auf, über soziale Netzwerke für die Spiele zu werben: „Zeigt eure Leidenschaft für den Sport!“ Chinas Zensur machte es aber nicht überall leicht, dem Aufruf zu folgen. Trotz der Zusicherung, die in China landesweit geltende Sperre für Facebook, Twitter und Youtube aufzuheben, waren soziale Netzwerke an einigen Orten gesperrt. Bach versicherte, die Probleme würden in „ein, zwei Tagen“ gelöst werden.

Der Beginn der nach der Premiere 2010 in Singapur erst zweiten Jugend-Sommerspiele war überschattet von der Kontroverse über den Rückzug von Nigeria, Sierra Leone und Liberia, die zum Teil über Druck und Schikane wegen der Angst vor der Ebola-Krankheit in Westafrika geklagt hatten. Zwei der drei angereisten Sportler aus Guinea dürfen auch nicht antreten. Die Organisatoren haben ein Verbot für Sportler aus Ebola-Ländern in Kampf- und Schwimmsportarten erlassen.

Erste Einsätze absolviert

Mountainbikerin Melanie Amann (17) aus Hohenems kam im Eliminator, die erste von insgesamt sechs Disziplinen, die für die Mannschaftswertung herangezogen werden, bis ins Viertelfinale, und belegte Rang neun. Ihre gleichaltrige Landsfrau Janine Lais verlor ihr erstes Gruppenspiel im Badminton gegen Ying Ying Lee aus Malaysia 13:21, 6:21 und startete im Mixed an der Seite des Niederländers Alex Vlaar mit einem 21:11-, 21:19-Sieg gegen Vladyslava Lesnaya/Ygor Coelho De Oliveira (Ukr/Bra). Bereits heute sind Amann und Lais erneut im Einsatz. Zudem absolviert Kunstturnerin Ceyda Giorgiana Sirbu (15) aus Lustenau ihren Qualifikations-Wettkampf.

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