Bei Vuelta den Tour-Frust vergessen

Sport / 21.08.2014 • 22:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Spanier Alberto Contador konnte die Heim-Rundfahrt 2008 und 2012 für sich entscheiden. Foto: gepa
Der Spanier Alberto Contador konnte die Heim-Rundfahrt 2008 und 2012 für sich entscheiden. Foto: gepa

Ex-Toursieger Froome und Contador sind die Gejagten bei der 69. Spanien-Rundfahrt.

Rad. Mit der Tour de France hat das bedeutendste Radrennen des Jahres bereits stattgefunden, doch die wohl bestbesetzte Rundfahrt des Jahres beginnt morgen in Jerez de la Frontera. Die 69. Vuelta a Espana vereint ein außergewöhnliches Starterfeld. Tour-Triumphator Vincenzo Nibali aus Italien fehlt zwar in der Meldeliste, aber ansonsten ist die Prominenz fast lückenlos vertreten.

Insbesondere die Präsenz von Christopher Froome und Alberto Contador wertet die dritte große Landesrundfahrt des Jahres auf. Die beiden galten schon bei der Tour als die großen Favoriten, hatten aber nach Stürzen den Gesamtsieg vorzeitig abschreiben müssen und wollen nun bei der Spanien-Rundfahrt Wiedergutmachung. Einziger Österreicher unter den 198 genannten Fahrern ist der 25-jährige Wiener Matthias Krizek, der im Cannondale-Team seine erste dreiwöchige Rundfahrt bestreitet.

Gute Erinnerungen

„Ich habe mich gut von meinen Sturzverletzungen erholt“, sagte Froome. „Das ist genau die Herausforderung, die ich nach der Enttäuschung bei der Tour brauche“, erklärte der zierliche Brite. Bei der Tour hatte er als Vorjahressieger auf der 5. Etappe mit Brüchen am linken Handgelenk und an der rechten Hand aufgeben müssen. Doch nun fühlt sich der in Kenia geborene 29-Jährige wieder bereit und freut sich auf die Vuelta, denn er steht in einer ganz speziellen Beziehung zur Spanien-Rundfahrt: Vor drei Jahren schaffte er in dieser als Gesamt-Zweiter den internationalen Durchbruch, geschlagen nur vom Spanier Juan Jose Cobo.

Keine Prognose

Contador äußerte sich, auf seine Chancen angesprochen, viel vorsichtiger als Froome. Der 31-Jährige spricht nicht vom Gesamtsieg. Er sei froh, überhaupt starten zu können. Contador hatte sich auf der 10. Tour-Etappe einen Schienbeinbruch und eine Verletzung am Knie zugezogen. Erst Anfang August ist der Spanier wieder ins Training eingestiegen. „Vielleicht ist für mich in der letzten Woche ein Etappensieg drin“, hofft Contador, Vuelta-Gesamtsieger der Jahre 2008 und 2012.

Gegner gibt es für Froome aber noch genug. Beachten muss er vor allem den Kolumbianer Nairo Quintana und den Spanier Alejandro Valverde, gleich zwei potenzielle Gesamtsieger. Vor allem Quintana dürfte für Froome eine Gefahr darstellen. Der Südamerikaner war im Vorjahr Tour-Zweiter hinter dem Briten. In der aktuellen Saison stellte Quintana seine Qualitäten mit dem Gesamtsieg im Giro d‘Italia unter Beweis. Die Tour de France bestritt er nicht.

Gemeldet hat auch der unverwüstliche US-Amerikaner Christopher Horner, der im Vorjahr mit 41 Jahren als ältester Gewinner aller Zeiten die Spanien-Rundfahrt völlig überraschend vor Nibali und Valverde gewann.

Rad

69. Spanien-Radrundfahrt Vuelta a Espana 2014 Internet: www.lavuelta.com

Die 21 Etappen

1. Etappe (23. 8.): MZF in Jerez de la Frontera/12,6 km

2. Etappe (24. 8.): Algeciras-San Fernando/174,4 km

3. Etappe (25. 8.): Cádiz-Arcos de la Frontera/197,8 km

4. Etappe (26. 8.): Mairena del Alcor-Cordoba/164,7 km

5. Etappe (27. 8.): Priego de Cordoba-Ronda/180,0 km

6. Etappe (28. 8.): Benalmadena-La Zubia/167,1 km

7. Etappe (29. 8.): Alhendin-Alcaudete/169,0 km

8. Etappe (30. 8.): Baeza-Albacete/207,0 km

9. Etappe (31. 8.): Carboneras de Guadazaón-Aramon Valdelinares/185,0 km

10. Etappe (2. 9.): EZF Real Monasterio de Santa Maria de Verulea-Borja/36,7 km

11. Etappe (3. 9.): Pamplona-Santuario de San Miguel de Aralar/153,4 km

12. Etappe (4. 9.): Logrono-Logrono/166,4 km

13. Etappe (5. 9.): Belorado-Obregon/Parque de Cabarceno/188,7 km

14. Etappe (6. 9.): Santander-La Camperona/Valle de Sabero/200,8 km

15. Etappe (7. 9.): Oviedo-Lagos de Covadonga/152,2 km

16. Etappe (8. 9.): San Martin del Rey Aurelio-La Farrapona/160,5 km

17. Etappe (10. 9.): Ortigueira-Coruna/190,7 km

18. Etappe (11. 9.): A Estrada-Monte Castrove/Meis/157,0 km

19. Etappe (12. 9.): Salvaterra do Miño-Cangas do Morrazo/180,5 km

20. Etappe (13. 9.): Santo Estevo de Ribas de Sil-Puerto de Ancares/185,7 km

21. Etappe (14. 9.): EZF, Santiago de Compostela/9,7 km

Gesamtdistanz: 3239,9 km

Ruhetage: 1. und 10. September

Erklärung: MZF… Mannschaftszeitfahren, EZF… Einzelzeitfahren

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