„Davids Mentalcoach ist die Bibel“

Sport / 25.08.2014 • 20:12 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Dieter Alge (l. ) im Gespräch mit George Alaba. Kleines Bild: Alaba mit Sepp Lenhart (l.) und Hanno Egger vom Unternehmen Sporteo. Foto: alge
Dieter Alge (l. ) im Gespräch mit George Alaba. Kleines Bild: Alaba mit Sepp Lenhart (l.) und Hanno Egger vom Unternehmen Sporteo. Foto: alge

George Alaba besuchte mit seiner Frau Gina vergangene Woche die Bregenzer Festspiele.

fussball. Er ist der Vater von Österreichs derzeit bekanntestem Fußballer, David Alaba: George, Musiker mit nigerianischen Wurzeln und nun persönlicher Berater des Youngsters des FC Bayern München. Auf Einladung der Liechtensteiner Sportmanagement-Firma Sporteo, unter der Führung von Sepp Lenhart und Hanno Egger, besuchte der 53-Jährige gemeinsam mit seiner Frau Gina die Bregenzer Festspiele.

Wie kommt es, dass George Alaba Vorarlberg besucht?

george alaba: Meine Frau und ich sind einer Einladung der Firma Sporteo gefolgt, die ja auch Fußballspieler im sportlichen Bereich berät. Sepp Lenhart kenne ich schon seit ein paar Jahren. Wir haben seine Einladung gerne angenommen.

War das Ihr erster Besuch bei den Festspielen?

alaba: Ja. Ich habe im Vorfeld von der Zauberflöte schon einiges gehört oder im Fernsehen ein paar Ausschnitte gesehen. Aber live war ich noch nie dabei. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich durfte eine
interessante Erfahrung machen.

Sie haben ja selbst mit Musik zu tun. Sind sie noch als DJ engagiert?

alaba: Nicht mehr. Ich habe meinen Beruf aufgegeben. Der Grund war, dass ich meine beiden Kinder (Anm.d.Red.: managt die Musikkarriere seiner Tochter Rosemaie sowie seines Sohnes David) mehr unterstützen kann. Vor allem bei David gibt es im Bereich Management viel zu tun. Da bleibt keine Zeit mehr für den Job als DJ (lacht).

Kommen wir zu Ihrem Sohn David, der mittlerweile ja ein weltbekannter Fußballer ist. Wie stolz sind Sie auf ihn?

alaba: Sehr. Was mich aber noch stolzer macht, ist die große Akzeptanz für seine Person hier in Österreich und auch im Ausland. Er ist ein Vorbild für viele Jugendliche.

David ist 22 Jahre jung und hat mit dem FC Bayern München dreimal die Meisterschaft bzw. den Cup gewonnen. Zudem je einmal die Champions League, Klub-WM und den europäischen Supercup. Haben Sie geahnt, dass er es so weit bringen wird?

alaba: Ehrlich gesagt nein. Aber man hofft natürlich immer, und wir haben dafür gebetet. Ein junger Sportler sollte immer von seinen Wünschen träumen. Mit viel Willenskraft kann man viel erreichen, so war es auch bei David. Dafür bedanken wir uns bei Gott, an den wir alle glauben. Wir haben dieses Geschenk gerne angenommen und wollen auch noch mehr. Ich bin von meinen Eltern so erzogen worden und habe das meinen Kindern so weitergegeben. Der Glaube ist die Grundbasis für das Leben.

In der neuen Saison soll David eine neue Position einnehmen. Zum Auftakt gegen Wolfsburg (Anm. d. Red.: München siegte 2:1) spielte er bereits im Mittelfeld. Hat er Sie darüber informiert?

alaba: Nein. David macht sich über so etwas keine Gedanken. Er nimmt es so, wie es kommt. So wie der Trainer entscheidet, so akzeptiert es David. Sein großer Vorteil ist, dass er viele Positionen spielen kann. Primäres Ziel ist es zu spielen, so kann er immer dazulernen. Auf der Ersatzbank lernt man nicht so viel.

Wie kam der Transfer zu den Bayern eigentlich zustande?

alaba: David war damals 16 Jahre und wurde bei einem Turnier in Innsbruck von vielen Scouts beobachtet. Die des FC Bayern München haben sich anschließend persönlich bei mir gemeldet. Danach habe ich mit David darüber gesprochen und wir haben uns entschlossen, nach München zu fliegen. Nach drei Tagen Aufenthalt hat er sich für die Bayern entschieden. Mir war dabei wichtig, dass er das für sich wollte, denn schlussendlich muss er auch dort zurecht kommen. Einem jungen Spieler sollte man eine Richtung vorgeben, aber noch wichtiger ist, dass man gemeinsam die richtige Entscheidung findet.

Und das war der Weg ins Ausland?

alaba: Ja. David hatte damals aus England, Spanien, Italien und Deutschland Angebote vorliegen. Wir haben München gewählt. Jetzt sind wir froh darüber.

Wie würden Sie das Verhältnis zu Ihrem Sohn beschreiben?

alaba: David ist mein Sohn, aber auch wie ein Bruder und guter Freund für mich.

Hat David einen Mentalcoach?

alaba: Nein. Davids Mentalcoach ist die Bibel. Wenn er nicht mehr weiter weiß, dann findet er alles in der Bibel.

Am 8. September beginnt für Österreichs Nationalteam gegen Schweden die EM-Qualifikation. Was trauen Sie dem ÖFB-Team zu?

alaba: Sehr viel. Die Mannschaft hat sich sehr gut entwickelt. Ich hoffe natürlich, dass wir uns diesmal qualifizieren. Es ist gut, dass Marcel Koller als Trainer geblieben ist. Der ÖFB hat hier die richtige Entscheidung getroffen.

Kommen Sie wieder nach Vorarlberg?

alaba: Ja natürlich. Das ist ein wunderschönes Land.

„Davids Mentalcoach ist die Bibel“

Zur Person

George Alaba

hat sein Wirtschaftsstudium abgebrochen, um an seiner Musikkarriere zu arbeiten

Geboren: 1961 in Nigeria

Beruf: Musiker

Familie: verheiratet mit Gina, Tochter Rosemaie (18), Sohn David (22)

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