Ein goldener Abschluss in China

Sport / 27.08.2014 • 21:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Bilanz von ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel nach den Jugendspielen von Nanjing.

jugendspiele. (VN-akp) Kanutin Nadine Weratschnig hat am letzten Wettkampftag der Olympischen Jugendspiele (YOG) in Nanjing mit ihrem Triumph in der neuen Olympiadisziplin, dem Kanadier-Einer, für einen perfekten Abschluss in China gesorgt. Die Goldmedaille ist nach zwei Bronzenen der Judokas Michaela Polleres und Marko Bubanja das dritte rot-weiß-rote Edelmetall bei dem Groß­ereignis mit 222 Bewerben. Diese Bilanz plus 19 weitere Top-Ten-Plätze seiner 33 Sportler war für ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel zufriedenstellend. Bei der Premiere 2010 in Singapur hatten 16 ÖOC-Athleten sechs Medaillen (2 x Gold, 4 x Bronze) geschafft.

Was hat Ihnen an den Olympischen Jugendspielen in China am besten gefallen?

Peter Mennel: Es hat mich gefreut, dass IOC-Präsident Thomas Bach erkannt hat, dass die Jugendspiele in dieser Dimension wie in Nanjing nicht das Zukunftsmodell sein können. Es ist zu groß und zu breit, nicht was den Inhalt betrifft, aber was die Maßnahmen drumherum betrifft. Das führt dazu, dass sich Länder wie Österreich als Veranstalter gar nicht mehr bewerben können, weil es den finanziellen Rahmen sprengen würde. In verschiedenen Bereichen könnte man die Dinge sicher auch einfacher machen.

In welchen zum Beispiel?

Mennel: Die Eröffnungs- und Abschlussfeier war gigantisch, die Chinesen können sich diese Dimensionen offensichtlich leisten. Die YOG in Innsbruck haben ohne Infrastruktur 23 Millionen Euro gekostet, und wir werden die EYOF in Vorarlberg/Liechtenstein mit 6,5 bis 6,8 Millionen veranstalten. Die Spiele in Nanjing waren vorbildlich dank Top-Wettkampfstätten und minutiös genauen Abläufen. Aber sie haben sicher zehn bis zwanzig Mal so viel gekostet wie jene in Innsbruck. In China waren 20.000 Freiwillige im Einsatz, wir hatten damals 1500. Der Sicherheitsaufwand ist außerdem enorm.

Ist es ein Ziel, dass sich Österreich wieder einmal bewirbt?

Mennel: Man muss Visionen haben, und die olympischen Ideale kann man bei Jugendspielen am besten umsetzen. Der große Unterschied zu den traditionellen Olympischen Spielen ist, dass alle Athleten vom Anfang bis zum Schluss bei den Jugendspielen verweilen. Die Judokas haben hier in Vorbereitung auf die WM ein Nationenübergreifendes Trainingslager absolviert. Davon profitieren alle. Die Jugend hat hier die Chance, zu erkennen, was sie bei den Olympischen Spielen erreichen kann.

Haben Sie sich die Bewerbe der drei Vorarlbergerinnen angeschaut?

Mennel: Ich war beim Eliminator von Radfahrerin Melanie Amann und beim Badminton mit Janine Lais. Bei Kunstturnerin Ceyda Giorgiana Sirbu hatte ich leider keine Zeit, aber ich habe mir detailliert darüber berichten lassen.

Wie war die Stimmung im österreichischen Team?

Mennel: Sehr gut. Es wurde Verbands- und Sportartenübergreifend diskutiert, das schafft Synergien, sie lernen gegenseitig voneinander. Die Teambewerbe, zusammengesetzt aus verschiedenen Nationen, faszinieren mich besonders. Die Flagge mit den Ringen anstatt der Nationen hat für mich eine tiefe Bedeutung – die Jugendspiele stehen für Völkerverbindung.

Sind Sie mit den Leistungen der Österreicher zufrieden? Es gab für die 33 Aktiven eine Goldene im Kanu und zwei Bronzene im Judo sowie 19 weitere Top-Ten-Plätze.

Mennel: Wir dürfen sehr zufrieden sein, auch wenn die eine oder andere Medaille mehr noch möglich gewesen wäre. Alle Aktiven haben versucht, ihre beste Leistung abzurufen. Dem einen gelingt es im richtigen Moment, dem anderen eben nicht. Wem es nicht gelingt, der denkt darüber nach, was er ändern muss, um nächstes Mal seine persönliche Bestleistung abrufen zu können. Zufrieden nach Hause fliege ich dann, wenn jeder Athlet mit unserer Betreuung zufrieden ist.

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