Stundenweltrekord im Visier

22.10.2014 • 20:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Matthias Brändle will am 30. Oktober auf der Bahn in Aigle Radsportgeschichte schreiben. Fotos: IAM Cycling/3
Matthias Brändle will am 30. Oktober auf der Bahn in Aigle Radsportgeschichte schreiben. Fotos: IAM Cycling/3

„Eine Stunde lang Vollgas“ heißt es für Matthias Brändle am 30. Oktober.

RaD. Nachdem Matthias Brändle im September mit zwei Etappensiegen bei
der Großbritannien-Rundfahrt seine gute Form unter Beweis gestellt hat, folgt der letzte große Höhepunkt in dieser Saison. Auf der Bahn im schweizerischen Aigle nimmt der Hohenemser Radprofi den Stundenweltrekord ins Visier. Der Startschuss erfolgt in einer Woche, am 30. Oktober. Das kündigte UCI-Präsident Brian Cookson an. Brändle will die Bestmarke von Jens Voigt, aufgestellt am 18. September 2014 mit 51,115 km/h in Grenchen (Sui), übertreffen. Der Deutsche überbot damals die seit neun Jahren bestehende Rekordmarke des Tschechen Ondrej Sosenka (49,700 km/h). „Ich habe berechnet, wie viel Watt es braucht, um Voigt zu überbieten. Rein rechnerisch ist es möglich“, erklärte der 24-jährige Vorarlberger.

Bereits während der WM war der Gedanke an den Stundenweltrekord präsent. Sein IAM Cycling Team mit Manager Michel Thétaz unterstützt das Vorhaben des österreichischen Zeitfahrstaatsmeister. Seine Westschweizer Mannschaft führte in Zusammenarbeit mit Radausrüster Scott auf der Bahn in Grenchen und Aigle umfangreiche Materialtests durch, die gestern abgeschlossen wurden. Geprüft wurde das Verhalten von Reifen, Kette und Laufrädern. Eine große Rolle spielen auch Anzug und Helm sowie die Position und die Strategie, wie das Rennen anzugehen ist. Brändle startet das Projekt „Stundenweltrekord“ auf seinem modifizierten Scott Zeitfahrrad, das bahntauglich gemacht wurde. Der Aufwand ist groß, ein ganzer Betreuerstab steht hinter Brändle.

Die 600 Personen umfassende Zuschauertribüne auf der Bahn in Aigle – in dem 45 km von Lausanne entfernten Ort befindet sich der Sitz des Internationalen Radsportverbandes – wird am 30. Oktober voll besetzt sein, wenn Brändle um 18.30 Uhr seinen historischen Versuch starten wird. Herburger Reisen organisiert von Vorarlberg aus eine Fanfahrt nach Aigle, einige Plätze sind noch frei.

Geeigneter Zeitpunkt

„Jens Voigt war auch ein Fahrer, der ständig in Fluchtgruppen präsent war. Seine Karriere habe ich schon als Kind verfolgt, in gewisser Weise kann man sagen, dass er ein Vorbild für mich ist, da ich mich auch in Spitzengruppen sehr wohl fühle“, meinte Brändle und sagte weiter: „Er hat eine super Leistung gezeigt und ich will mich mit ihm messen. Jeder Rennradfahrer weiß aber, dass es nicht einfach ist, mehr als 51 Kilometer in einer Stunde zurückzulegen.“ Brändle überzeugte in dieser Saison mit sechs Top-Ten-Resultaten bei internationalen Zeitfahren und Prologen. „Ich weiß, dass die Form stimmt und ich kann sie bis Ende Oktober aufrecht erhalten. Daher ist jetzt der geeignete Zeitpunkt, um mich an dieses Projekt heran zu wagen. Aber ich bin noch nie eine Stunde lang so schnell wie möglich gefahren, es wird eine neue Erfahrung“, blickt Brändle voraus.

Seine Karriere habe ich schon als Kind immer verfolgt.

Matthias Brändle über Voigt
Der tägliche Weg zur Bahn, wo Brändle sein Training absolviert.
Der tägliche Weg zur Bahn, wo Brändle sein Training absolviert.
Letzte Vorbereitungen für die Trainingseinheiten.
Letzte Vorbereitungen für die Trainingseinheiten.

Radsport

Fanfahrt mit Herburger Reisen zum Stundenweltrekord-Versuch von Matthias Brändle am Donnerstag, 30. Oktober 2014 (18.30 bis 19.30 Uhr)

Radrennbahn Aigle, Schweiz

Abfahrtszeiten:

12.40 Uhr Dornbirn Herburger Reisen, Schwefel

13.00 Uhr Hohenems Kästle Areal

13.05 Uhr Hohenems Bahnhof

13.10 Uhr Hohenems McDonald’s

Ankunft ca. 17.30 Uhr, Rückfahrt ca. 20 Uhr

Preis: 25 Euro

Reservierung: n.herburger@herburger-reisen.at oder 05572 29583