„Mozart“ gegen „Tiger“, zweiter Teil

Sport / 07.11.2014 • 22:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Magnus Carlsen ist die Nummer eins im Denksport. Foto: ap
Magnus Carlsen ist die Nummer eins im Denksport. Foto: ap

Neuauflage des Duells Magnus Carlsen gegen Viswanathan Anand bei der Schach-WM.

schach. Um ein Haar hätte es die Revanche im Kampf um die Krone zwischen Titelverteidiger Magnus Carlsen sowie seinem Herausforderer und Vorgänger Viswanathan Anand gar nicht gegeben. Erst wenige Stunden vor Ablauf einer vom Weltverband gesetzten Frist unterzeichnete der 23-jährige Carlsen den WM-Vertrag für das Duell in der russischen Olympiastadt Sotschi. „Es ist ein seltsamer Zeitpunkt für eine Weltmeisterschaft in Russland“, sagte Carlsen: „Zumal ja kein Russe mitspielt.“

Die immer noch angespannte politische Lage in Russland und die deutliche Kürzung des Preisgeldes hatten den Norweger zögern lassen, erst nach Rücksprache mit der Regierung in Oslo sagte er zu. So heißt es nun ab heute im ehemaligen olympischen Medienzentrum: „Der Mozart des Schach“ Carlsen gegen den „Tiger von Madras“ Anand. Nach der Unsicherheit im Vorfeld verspricht die Auseinandersetzung Hochspannung. Im Gegensatz zum Vorjahr im indischen Chennai. Dort deklassierte der junge Herausforderer den fast doppelt so alten Weltmeister in dessen Heimatland. Mit 6,5 zu 3,5 Punkten gewann Carlsen und krönte sich zum zweitjüngsten Weltmeister der Geschichte.

Rückschläge beim Champion

Doch die Vorzeichen haben sich geändert. Sportlich musste Carlsen einige Rückschläge einstecken, er dominiert die Schach-Welt nicht mehr so wie vor seinem Titelgewinn, obwohl er sich 2014 auch zum Weltmeister im Blitz- und Schnellschach krönte. „Ich darf nicht so spielen wie in den letzten Begegnungen. Wenn ich aber mein Topniveau zeige, sehe ich mich als Favorit“, betonte Carlsen: „Ansonsten kann ich aber auch schnell bestraft werden.“

Und Anand? War schon weg vom Fenster, gewann aber im März das Kandidatenturnier in Chanty-Mansijsk und schrieb damit Geschichte: 19 Jahre nach seinem ersten WM-Duell (1995 gegen Garri Kasparow) kämpft er wieder um den Titel.

Viswanathan Anand: der Routinier ist noch nicht matt. Foto: ap
Viswanathan Anand: der Routinier ist noch nicht matt. Foto: ap