Bullen an den Hörnern gepackt

Sport / 09.11.2014 • 22:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Neuer Look und ein sensationeller Auftritt gegen seinen Ex-Verein: Altachs Ivan Kovacec war der überragende Mann auf dem Feld. Foto: gepa
Neuer Look und ein sensationeller Auftritt gegen seinen Ex-Verein: Altachs Ivan Kovacec war der überragende Mann auf dem Feld. Foto: gepa

Altach schoss Meister Salzburg vor ausverkauftem Haus mit
4:1 aus dem Stadion.

Fussball. Es war ein magischer Fußballabend und einer genoss diesen 4:1-Sieg von Altach über Salzburg ganz besonders. Nicht überlaut, dafür voller innerer Freude. Ausgerechnet ein Ex-Bulle hatte den Stier so richtig an den Hörnern gepackt. „Klar, ich war extra-motiviert. Ich war in Liefering und habe keine Chance gehabt, in die Bundesliga aufzusteigen“, sagte Altachs Ivan Kovacec nach getaner Arbeit.

Und es war richtig harte Arbeit, die Kovacec und seine Mitspieler gegen den österreichischen Fußball-Meister abgeliefert haben. Von Beginn an gingen die Schützlinge von Trainer Damir Canadi ein hohes Tempo, waren zugleich aggressiv und flink im Umschaltspiel. Und Altach hatte an diesem Tag mit dem 26-jährigen Kroaten den überragenden Spieler auf dem Platz. Die meisten Torschüsse (5), die meisten Torschussvorlagen (6), die meisten Ballaktionen seiner Mannschaft (61) und die meisten Flanken aus dem Spiel (3). Kovacec war in den 90 Minuten gegen seinen Ex-Klub omnipräsent. Dass er seine Leistung mit einem Treffer krönte, trug schließlich zusätzlich zu seiner Zufriedenheit bei. Dabei beruht dieses innere Gefühl beim Offensivspieler auf anderen Säulen. „Wir haben eine super Truppe, auf dem Platz, im Training, in der Kabine – es macht einfach Spaß. Heute ist einfach ein wunderschöner Tag.“

Früher Führungstreffer

Dieses „wunderschön“ begann für die Altacher in Minute vier, als der zurückgekehrte Kapitän Philipp Netzer mit einem Pass auf Kovacec den Führungstreffer einleitete. Die Vorlage des Kroaten bugsierte schließlich Hannes Aigner mit dem Einsatz des ganzen Körpers über die Linie. 3,57 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gespielt. Das Stadion verwandelte sich erstmals in ein Tollhaus und die „Bullen“ wirkten geschockt. Altach legte nach, fand durch Patrick Salomon, allein vor Torhüter Peter Gulacsi (13.) und Boris Prokopic, dessen Kopfball-Aufsitzer über das Tor ging (14.) weitere Chancen vor. Die Gäste, die kurz vor dem Spiel Kevin Kampl aufgrund muskulärer Probleme verloren, brauchten 18 Minuten, ehe Martin Kobras erstmals eingreifen musste. Nach einem Bruno-Schuss war der Altacher Keeper zur Stelle.

Es folgte eine Demonstration der Altacher in puncto Zweikampfstärke, Kompaktheit und Einsatzwillen. Salzburg hatte der Aggressivität des Gastgebers nichts entgegenzusetzen. Daran änderte auch der Ausgleich durch Massimo Bruno (53.) nichts. Vielmehr legte Altach zu, vor allem im Umschaltspiel. Die „Stiche“ der Heimischen wurde präziser und häufgten sich. Erste Schüsse von Kovacec (58.), Prokopic (59.) und Tajouri (62.) verfehlten noch das Ziel, auch weil Andreas Ulmer auf der Linie rettete. Sekunden danach aber drückte Ismael Tajouri das Leder über die Linie (62.). Nach der erneuten Führung spielte sich Altach, angetrieben von den Fans, in einen wahren Rausch. Als Zugabe gab es noch die Tore von Kovacec (81.) und des eingewechselten Ngwat-Mahop (85.).

Fußball – tipico Bundesliga 2014/15

15. Spieltag

Cashpoint SCR Altach – FC RB Salzburg 4:1 (1:0)

Cashpoint Arena, 8063 Zuschauer (ausverkauft), SR Dintar (B)

Torfolge: 4. 1:0 Aigner, 53. 1:1 Bruno, 62. 2:1 Tajouri, 81. 3:1 Kovacec, 85. 4:1 Ngwat-Mahop

Gelbe Karten: 64. Prokopic (Altach), 73. Sabitzer, 87. Sabitzer (beide Salzburg/alle Foulspiel)

Cashpoint SCR Altach (4-4-2): Kobras/2; Lienhart/2, Ortiz/2, Zwischenbrugger/2, Schreiner/2; Patrick Salomon/1, Prokopic/2, Netzer/2 (66. Roth/0), Kovacec/1; Tajouri/2 (69. Ngwat-Mahop/0), Aigner/1 (83. Gercaliu/0)

FC RB Salzburg (4-1-3-2): Gercaliu/2; Ankersen/3 (46. Schmitz/3), Ramalho/4, Schiemer/3, Ulmer/4; Ilsanker/3, Laimer/3 (62. Prevljak/0), Keita/4 (74. Sabitzer/0), Christoph Leitgeb/4; Bruno/3, Soriano/3

Notenschlüssel: Nach dem Schulnotensystem, von 1 (sehr) bis 5 (nicht genügend). 0 = zu kurz eingesetzt