Der Olympiasieger greift weiter an

Sport / 14.11.2014 • 21:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Der Slalom-Weltcup ist für Routinier Mario Matt das letzte offene Karriere-Ziel.

levi. Mit Olympia-Gold im Slalom hat Mario Matt am 23. Februar 2014 in Krasnaja Poljana ein kleines Ski-Märchen geschrieben. Die Sternstunde im Alter von knapp 35 Jahren hätte sich hervorragend dafür geeignet, die Ski am Höhepunkt der Karriere in die Ecke zu stellen. Doch der stets unberechenbare Matt entschied sich anders, morgen in Levi nimmt der Tiroler einen weiteren Winter in Angriff.

Nach zweimal WM-Gold (2001, 2007) und einmal Olympia-Gold bleibt für Matt eigentlich nur noch ein großes Ziel übrig: der erstmalige Gewinn des Slalom-Weltcups. Matt blickt dieser Aufgabe cool wie immer entgegen. „Der Gewinn der Slalom-Kugel ist ein Thema, das man nicht planen kann. Das kann man nicht als Ziel haben. Man muss sich auf jedes Rennen einzeln konzentrieren. Und beim Finale im März sieht man dann, wo man steht“, sagte Matt.

Die Kristallkugel war daher nicht die Triebfeder Matts. Viel mehr war es das perfekte Material-

Setup, das er sich gemeinsam mit seinem Ausrüster Blizzard ertüftelt hat. „Ich habe in den vergangenen Jahren mit meinem Team sehr viel und sehr intensiv an der Materialabstimmung gearbeitet. Da haben wir wirklich einiges weitergebracht. Und jetzt haben wir vom Setup alles so beieinander, wie ich es mir vorstelle.“

Bedenkzeit war nötig

Dass es Matt ohne den Skisport langweilig geworden wäre, darüber muss sich wohl niemand Sorgen machen. Matt ist Besitzer einer höchst erfolgreichen Zucht von Araber-Pferden und auch noch Chef des Après-Ski-Lokals „Krazy Kanguruh“. Daher brauchte Matt im Sommer „ein paar Wochen“, um die endgültige Entscheidung bezüglich seiner Skikarriere zu treffen.

„Aufhören war definitiv ein Thema, einige Zeit war ich schon unschlüssig. Man kann diese Entscheidung nicht klassisch mit Für und Wider treffen, im Endeffekt muss man das Gefühl entscheiden lassen“, berichtete Matt.

Der Flirscher weiß aber, dass ihm der Olympiasieg sportlich keine Sekunde weiterhilft. „Olympia-Gold hilft dir nichts, die Uhr startet bei jedem Läufer bei null. Man muss sich bei jedem Rennen wieder neu behaupten und umsetzen, was man drauf hat. Das ist Herausforderung genug.“