Fundamentalkritik nach WM-Farce

Sport / 14.11.2014 • 23:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Der Weltverband FIFA ist erschüttert. Statt Ruhe nach Korruptionsvorwürfen nun erneute Negativschlagzeilen.

Zürich. Der Fußball-Weltverband muss nach der unfassbaren Farce um die Korruptionsermittlungen gegen die WM-Gastgeber Russland und Katar Hohn, Spott und vor allem radikale Kritik aus der ganzen Welt einstecken. Der Weg aus dem Dilemma um den unerwarteten Disput der eigenen Ethik-Doppelspitze kennen derzeit nicht einmal die Führungsköpfe der FIFA. „Wir können einfach nur sagen, dass es traurig ist, dass die beiden Vorsitzenden unserer Ethikkommission unterschiedliche Meinungen haben, wenn wir über solch wichtige Dinge im Fußball reden“, reagierte FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke als bislang ranghöchster Funktionär enttäuscht.

Der angekündigte Einspruch durch Chefermittler Michael Garcia gegen den Freispruch für Katar und Russland hinterlässt einen erheblichen Flurschaden beim Weltverband. Nach Jahren der massiven Vorwürfe gegen den WM-Ausrichter 2022 Katar und erheblichen Zweifeln gegen den Gastgeber 2018 aus Russland war das milde Urteil durch FIFA-Richter Hans-Joachim Eckert schon nach wenigen Stunden nichts mehr wert.

Egal, wie das Berufungskomitee über die angekündigte Klage des US-Amerikaners Garcia irgendwann entscheiden wird, der Geruch von Kumpanei, Intrige und auch Bestechung wird die beiden milliardenschweren Weltturniere nun dauerhaft begleiten. Folgt das Gremium der Eckert-Einschätzung, wovon ganz stark auszugehen ist, bleiben die Zweifel Garcias in der Welt. Folgen die FIFA-Funktionäre dem US-Juristen, müsste der Fall mit allen drohenden Konsequenzen wohl neu aufgerollt werden.

Einspruch-Absicht erhalten

Den Schaden hat in jedem Fall die FIFA. Eine personelle Neuausrichtung in der Ethikkommission scheint unausweichlich, wenn der FIFA-Kongress im Mai 2015 in Zürich tagt. Die Doppelspitze Eckert/Garcia dürfte keine gemeinsame Zukunft mehr haben.

Die „Absicht zum Einspruch“ von Chefermittler Michael Garcia gegen das umstrittene Urteil der Ethikkommission zu den WM-Vergaben an Russland und Katar hat die FIFA, wie sie bekannt gab, inzwischen erhalten.

Gegen eine Reihe von Personen werden Verfahren betrieben.

Hans-Joachim Eckert