Kristoffersen holt sich den „Lars“ ab

Sport / 16.11.2014 • 22:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Henrik Kristoffersen legte im Levi-Slalom eine Zeit vor, an der auch Marcel Hirscher scheiterte. Foto: gepa
Henrik Kristoffersen legte im Levi-Slalom eine Zeit vor, an der auch Marcel Hirscher scheiterte. Foto: gepa

Hirscher im Levi-Slalom Zweiter hinter dem Norweger, Neureuther auf Platz drei.

levi. Nur Henrik Kristoffersen und damit einer der Mitfavoriten hat Marcel Hirscher im Levi-Slalom Platz eins und das Rentier weggeschnappt. Der 20-jährige Norweger gewann sein zweites Weltcuprennen nach dem Torlauf in Schladming im Jänner. Hirscher hatte 12/100 Sekunden Rückstand, der drittplatzierte Deutsche Felix Neureuther bereits 1,31. Benjamin Raich landete auf Platz 15.

Jubiläumssieg verpasst

Der 25-jährige Hirscher konnte die Halbzeitführung knapp nicht verteidigen, nach einem Superlauf von Kristoffersen im Finale war er stark gefordert. „Ich bin superhappy“, sagte der Verteidiger der kleinen Kristallkugel für die Slalom-Saisonwertung. „Es war ein Superfight mit Henrik! Ich habe schon auch einen guten Lauf erwischt, der Bursche muss brutal gut gefahren sein. Aber alles in allem ist es ein gutes Zeichen. Ich glaube schon, dass wir bei der Musi dabei sind“, sagte er nach dem knapp verpassten Jubiläumssieg Nummer 25. Hirscher reist nun mit 180 Punkten auf dem Konto als Weltcupführender zu den nächsten Rennen nach Übersee, gefolgt vom Deutschen Fritz Dopfer (120/in Levi Sechster), Kristoffersen (100) und Raich (66).

Hatte Hirscher sein Rentier im Vorjahr nach seinem Papa Ferdinand „Ferdl II“ getauft, so machte es Kristoffersen dem Österreicher nach. „Ich nenne es auch wie meinen Vater. Es heißt Lars“, sagte der Olympia-Dritte, der eines der seltenen ganz dunklen Tiere geschenkt bekam.

„Marcel war wirklich schnell, aber es war supertoll, ein Superrennen“, war auch Kristoffersen begeistert. Vierter wurde überraschend sein Landsmann Sebastian-Foss Solevaag.

Neureuther durfte sehr zufrieden sein, er war nach seiner Lendenwirbelentzündung erst in die Saison eingestiegen und hatte sich von Platz acht auf drei verbessert. „Ich spüre es schon, man nimmt halt Positionen ein, die ein bisschen schonend sind. Noch habe ich mich nicht ganz überwinden können, ich versuche das im zweiten umzusetzen“, sagte er zur Halbzeit, um später anzufügen. „Ich konnte mich nochmals steigern: Ich habe eine Riesenfreude. Aber 1,3 Sekunden hinter Henrik und Marcel, das ist schon ein bisschen viel, da muss ich weiterarbeiten.“

Fehler im Steilhang

Raich kam auf Platz 15, er hatte das eine oder andere Mal den Schwungansatz nicht genau getroffen und in den Steilhang hinein einen Fehler gehabt. „Da fehlt halt dann die Zeit“, meinte er. Das Abschneiden der Österreicher war mannschaftlich betrachtet enttäuschend. Bereits im ersten Durchgang war für Mario Matt Endstation gewesen. „Klar war das nicht der Saisonauftakt, wie man sich das wünscht, das ist logisch. Aber nichtsdestotrotz muss man es abhaken und wieder weiterarbeiten. Grundsätzlich bin ich sehr schnell“, sagte der Olympiasieger.

Nur vier ÖSV-Läufer waren im zweiten Durchgang mit dabei. Wolfgang Hörl kam im Endklassement auf Platz 27. Reinfried Herbst schied aus, war aber auch zur Halbzeit nur 25. gewesen.

Ich glaube schon, dass wir bei der Musi dabei sind.

marcel hirscher