Leistung unterm Gefrierpunkt

Sport / 21.11.2014 • 22:32 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Ex-FC Lustenau-Kicker Furkan Aydogdu führte beim FAC Regie gegen eine harmlose Austria. Foto: gepa
Ex-FC Lustenau-Kicker Furkan Aydogdu führte beim FAC Regie gegen eine harmlose Austria. Foto: gepa

Unterirdische Vorstellung der Lustenauer Austria bei 0:3-Pleite gegen den FAC.

lustenau. Man fährt mittlerweile als Auswärtsteam nach Lustenau, um drei Punkte mitzunehmen. Andreas Bauer, Spieler des gestrigen Gegners Floridsdorf, bestätigte dies. „Es war von Beginn an unser Bestreben, das Match hier zu gewinnen. Doch dass der Sieg so hoch ausfällt, hat auch uns überrascht.“ Zur Erinnerung: Zum Saisonauftakt war ebenso der FAC zu Gast im Reichshofstadion und damals erstarrte die Elf von Ex-Austria-Trainer Hans Kleer noch ziemlich vor Ehrfurcht und war glücklich über ein 0:0, das ermauert wurde.

Doch die Grün-Weißen sind längst kein Team mehr, vor dem man Angst haben muss. Und wenn, dann müssen diese höchstens die eigenen Fans haben, die nie genau erahnen können, was der einstige Renommierklub der Liga ihnen diesmal wieder vorsetzt. Dabei sind die Ansprüche mittlerweile eh schon so klein geworden wie ein Funken, von dem man hofft, dass er irgendwann zumindest zu einem Feuerchen wird. Doch das letzte Heimspiel in diesem Jahr machte auch die leise Hoffnung zunichte, dass den grün-weißen Anhängern nochmals warm ums Herz wird. Zu sehr haben sich die Spieler gestern schon in einer Winterstarre befunden, die schon an eine Art Katalepsie erinnerte. Es grenzte direkt an ein Wunder, dass so manch einer der grün-weißen Dress-Träger auf dem Platz nicht einfror, so wenig bewegte er sich.

Harm- und ideenlose Austria

Warum und wieso das so war, muss wohl jeder einzelne Spieler für sich beantworten. Und auch Trainer Mladen Posavec muss sich wohl hinterfragen, warum er einen Zachhuber, Fall oder Schreter nicht von Beginn an spielen ließ. Dieses nach der Pause eingewechselte Trio brachte wenigstens einen Touch mehr Schwung in die Austria-Reihen, während der Rest wegen kollektiven Versagens eigentlich gesammelt vom Platz geholt werden hätte müssen. Es gab in dieser Saison schon einige schlimme Auftritte der Hausherren, aber der gestrige war erneut ein Tiefpunkt, der endgültig nicht mehr zu unterbieten scheint. Auf dem Spielfeld fiel die Quecksilbersäule jedenfalls unter null. So wurde die erste Chance für das Heimteam in der 62. Minute durch einen harmlosen Kopfball von Christoph Stückler gezählt. Also unmittelbar vor jenem Zeitpunkt, als die Gäste aus Wien durch einen Lupfer von Mirnel Sadovic (66.) die Entscheidung herbeiführten. Den Rückstand zum 0:1 handelte sich die Austria bereits in der 27. Minute ein. Nach einem Foul von Bolter fiel die Hintermannschaft – einem Flashmob gleich – in eine Schockstarre. Martin Demic nützte den schnell ausgeführten Freistoß zur verdienten Führung für den FAC. Auch in der Folge war es der Aufsteiger, der die Akzente im Reichshofstadion setzte. Nur einmal gab es auch Torgefahr vor dem Gehäuse von Gäste-Keeper Rene Swete, als ein Schuss von Wal Fall (80.) von der Unterkante aufs Feld prallte.

Ein möglicher Anschlusstreffer hätte aber den unterirdischen Auftritt der Hausherren nur kaschiert. Am Ende spiegelte das 0:3 durch Patrick Haas (85.) schon wesentlich besser wider, was sich in Lustenau tatsächlich abspielte. Und noch scheint die Mannschaft nicht bereit, sich dem Abstiegskampf zu stellen.

Fußball – Sky Go Erste Liga 2014/15

19. Spieltag

SC Austria Lustenau – Floridsdorfer AC 0:3 (0:1)

Reichshofstadion, 2400 Zuschauer, SR Heiß (T)

Torfolge: 27. 0:1 Demic, 66. 0:2 Sadovic, 85. 0:3 Haas

Gelbe Karten: 22. Kobleder (Austria/Kritik), 45, Wolf (Austria/Foul)

Austria Lustenau: Knett/5; Sakic/5, Christoph Stückler/5, Kobleder/5, Sobkova/5, Kargbo/5, Wolf/4 (46. Fall/3), Bolter/5, Chabbi/5 (66. Schreter/0); Thiago/4 (58. Zachhuber/3), Tadic/5

FAC: Swete/3; Duran/3, Herbst/3, Haselberger/3, Bauer/3; Aydogdu/3, Viertl/3; Haas/2, Demic/2 (74.Pitnauer/0), Sadovic/2 (82. Sütcü/0); Mössner/3 (64. Terzic/0)

Notenschlüssel: Nach dem Schulnotensystem, von 1 (sehr) bis 5 (nicht genügend). 0 = zu kurz eingesetzt