Feuerwerk an Wille und Bereitschaft

Sport / 23.11.2014 • 21:29 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Thomas Weber war selbst mit unfairen Attacken nicht zu stoppen. Fotos: VN/Lerch
Thomas Weber war selbst mit unfairen Attacken nicht zu stoppen. Fotos: VN/Lerch

Alpla HC Hard feiert im Europacup-Hinspiel gegen Balatonfüredi einen 31:26-Heimsieg.

Hard. Hard-Coach Markus burger brachte die Eindrücke der Partie nach Spielende freudestrahlend auf den Punkt: „Für solche Spiele arbeiten wir das gesamte Jahr über täglich hart, und die Mannschaft hat mit unbändigem Willen und maximaler Bereitschaft ein echtes Feuerwerk abgeliefert“. Gleichzeitig stellte der Trainer des Alpla HC Hard aber klar,
dass der 31:26-Heimsieg gegen den ungarischen Vertreter Balatonfüredi erst die
halbe Miete ist für den Einzug in die Gruppenphase der letzten 16 Teams im EHF-Cup. Um weiter auf der internationalen Bühne vertreten zu sein, muss man im Rückspiel am Samstag am Plattensee noch einmal eine ähnliche Vorstellung auf das Parkett legen.

Richtiges Rezept gefunden

Einen Vorgeschmack, was die Roten Teufel im Rückspiel erwartet, gab es zu Beginn der Partie. Die Ungarn legten von der ersten Sekunde an ein hohes Tempo vor. Doch der Meister aus Österreich hielt dagegen. Allerdings dauerte es zunächst eine Viertelstunde, bis man gegen die Schlagwürfe der Magyaren-Teamspieler Balasz Szöllösi und besonders Bence Zdolik sowie gegen die Anspiele auf den bärenstarken Kreisläufer Bence Banhidi das richtige Rezept fand. Die Gäste ihrerseits hatten besonders mit Thomas Weber ihre liebe Not. Der wieselflinke Flügelspieler narrte die körperbetont zu Werke gehenden Ungarn mehrfach und sorgte mit seinem Wuzzler zum 11:9 (20.) für die erstmalige Führung mit zwei Toren der Hausherren. Schließlich wurden beim Stand von 13:13 die Seiten gewechselt.

Von 17:16 auf 22:17

„Ich habe meine Jungs bei der Halbzeit-Besprechung mehrfach darauf hingewiesen, dass die zehn Minuten nach der Pause enorm wichtig sind“, so Burger. Die Parade des Siebenmeters von Tamas Ivancsik durch Golub Dok­nic (40.) war dann eine Initialzündung für die Harder. Innert sechs Minuten setzte man sich unter der Regie des stark agierenden Gerald Zeiner auf der Spielmacherposition von 17:16 auf 22:17 (46.) ab. Nach diesem Zwischenspurt hielt es die Fans der Gastgeber nicht mehr auf den Sitzen und die Stimmung glich einem Tollhaus. Durch zwei Zeitstrafen von Kresimir Kozina und Frederic Wüstner konnten die Ungarn noch einmal auf 21:23 verkürzen, ehe Roland Schlinger seine Höchstform zur Geltung brachte. Mit zwei Treffern und drei Anspielen auf seine Nebenleute drückte der Kapitän dem Spiel den Stempel auf und sorgte dafür, dass ein 7:3-Lauf auf 30:24 die letzten Hoffnungen von Balatonfüredi im Keim erstickte. Den Unmut der Gäste spiegelte eine unsportliche Attacke von Uros Viloski an Wüstner, für die der Ungar die Rote Karte erhielt und unter normalen Umständen im Rückspiel gesperrt werden müsste.

Den frenetisch gefeierten Harder Spielern war das nach Spielende egal. Man hatte mit einer Topleistung die zuvor favorisierten Ungarn in die Schranken gewiesen und kann mit viel Selbstvertrauen zum zweiten Duell an den Plattensee reisen.

Die Tür zur Gruppenphase steht mit dem 31:26 weiter offen, als man vor dem Heimspiel erwartet hatte. Der Einzug in die Runde der letzten 16 Teams wäre international mit der Teilnahme in der Champions League 2003 bzw. dem Finaleinzug 2008 im Challenge-Cup gleichzustellen.

Routinier Michael Knauth stellte seine Wichtigkeit für die Mannschaft unter Beweis.
Routinier Michael Knauth stellte seine Wichtigkeit für die Mannschaft unter Beweis.

Handball

EHF-Cup der Männer 2014/15 Internet: www.eurohandball.com

3. Runde, Hinspiel

Alpla HC Hard – Balatonfüredi KSE (HUN) 31:26 (13:13)

Sporthalle am See, SR Laitinen/Korja (FIN)

Zweiminutenstrafen: 7 bzw. 7; Rote Karten: 48. Kozina (3×2), 59. Wüstner (3×2), 59. Vilovski (Unsportlichkeit)

Torfolge: 4. 2:2, 7. 3:6, 10. 4:6, 12. 8:8, 20. 11:9, 25. 13:11, 38. 17:16, 45. 20:16, 46. 22:17, 51. 23:21, 55. 26:23, 58. 29:24, 59. 31:25

Alpla HC Hard: Doknic (1. bis 60.), Stockbauer; Mikanovic, Kozima (3), Zivkovic (2), Wüstner, Michael jochum, Vogelauer, Rigas, Schlinger (6), Knauth (5), Dicker, Herburger (3), Weber (5), Zeiner (5/4), Markez (2/1)

Balatonfüredi KSE: Szekely, Borbely; Gerdan, Nemeth, Juhasz, Györi, Banhidi (3), Szöllösi (3), Vilovski (4), Ligetvari (1), Gabori, Faluvegi (1), Zdolik (9), Grigoriev (2), Ivancsik (2/1), Kovacsics (1)

Rückspiel

Balatonfüredi KSE (HUN) – Alpla HC Hard 29. 11., 16 Uhr

Balaton Szabadido es Konferencia Központ, SR Skruzny/Kavulic (CZE)

Die weiteren Begegnungen Hinspiel/Rückspiel

Futebole Clube do Porto (POR) – Ademar Leon (ESP) 29:24/29. 11.

Team Holestro (DEN) – Stiinta Municipal Bacau (ROM) 32:27/29. 11.

RK Nexe (CRO) – HC Turda (ROM) 35:20/29. 11.

Füchse Berlin (GER) – HBC Nantes (FRA) 23:18/29. 11.

HC Volgograd (RUS) – Haslum HB (NOR) 31:28/29. 11.

MT Melsungen (GER) – Tatran Persov (SVK) 31:24/29. 11.

IFK Kristianstad (SWE) – HSV Hamburg (GER) 27:29/30. 11.

HCM Constanta (ROM) – Elverum HB (NOR) 27:21/29. 11.

Tatabanya KC (HUN) – St. Petersburg HC (RUS) 23:22/28. 11.

HK Toplocany (SVK) – Pfadi Winterthur (SUI) 26:28/30. 11.

Eskilstuna Guif (SWE) – BM Saragosa (ESP) 32:24/29. 11.

Sporting Clube de Portugal (POR) – BM Granollers (ESP) 27:25/30. 11.

Permskie Medvedi (RUS) – RK Velenje (SLO) 34:37/29. 11.

Skjern Handbold (DEN) – Oroshazi FKSE (HUN) 40:20/30. 11.

HC Vojvodina (SRB) – SKA Minsk (BLR) 27:22/29. 11.

Erklärung: Die Sieger der dritten Runde qualifizieren sich für die vier Vierer-Gruppen. Spieltermin der Hin- und Rückspiele ist zwischen dem 14. Februar und dem 22. März.