Mercedes auf Wolke sieben

Sport / 24.11.2014 • 20:36 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Andächtiger Moment bei der Siegeszeremonie: Lewis Hamilton genießt den WM-Titel still in sich versunken. Foto: gepa
Andächtiger Moment bei der Siegeszeremonie: Lewis Hamilton genießt den WM-Titel still in sich versunken. Foto: gepa

Neuer Vertrag für Champion Lewis Hamilton, neue Chance für Nico Rosberg.

abu Dhabi. Weltmeister Lewis Hamilton gönnte sich nur einen einzigen Drink, der geschlagene Nico Rosberg tobte sich auf der Tanzfläche aus: Mercedes feierte in Abu Dhabi ausgiebig eine grandiose Formel-1-Saison, in der die Silberpfeile die Konkurrenz in Grund und Boden fuhren. Die Chancen auf eine Wiederholung des Triumphzuges im kommenden Jahr stehen gut, auch, weil beide Fahrer noch lange nicht satt sind.

Hamilton behält Nummer 44

„Das Ziel ist es, nächste Saison noch stärker zu werden“, sagte Hamilton – nach einer Saison mit 16 Siegen in 19 Rennen und 18 Pole-Positions für die alles überragenden Silberpfeile. Trotzdem will Hamilton nicht mit der Nummer eins fahren. „Die Nummer eins ist eine tolle Sache, und ich werde immer wissen, dass ich die Nummer eins bin“, sagte der Engländer gewohnt selbstbewusst: „Aber ich möchte meine Nummer behalten. Die anderen Fahrer wissen, wer die Nummer eins ist.“ Hamilton will weiter mit der 44 fahren, die Nummer, die er auch als Tätowierung hinter seinem rechten Ohr verewigt hat.

Hamiltons Vertrag läuft nach der Saison 2015 aus, die Gespräche waren während des Titelrennens mit Nico Rosberg vertagt worden. „Heute wäre kein guter Zeitpunkt“, scherzte ein leicht angeschlagener Teamchef Toto Wolff nach der Party-Nacht. Grundsätzlich sei man sich aber einig, betonten beide Seiten. „Toto hat gesagt, wir setzen uns in den nächsten Wochen zusammen. Hoffentlich wird es eine ganz einfache Geschichte, eine Formalität“, sagte Hamilton.

Der 29-Jährige hatte die restlichen Stunden des größten Tags seines Lebens vor allem beim Abendessen im Kreis seiner Familie und mit Freundin Nicole Scherzinger verbracht, auf der Teamparty gönnte sich der mit jetzt 33 Siegen erfolgreichste britische Formel-1-Pilot der Geschichte nur „einen Drink“.

Für Rosberg fand Niki Lauda die richtigen Worte: „Ich habe zu Nico gesagt: Nächstes Jahr bist du an der Reihe.“ Zwar fiel es Rosberg sichtlich schwer, nach der „bittersten sportlichen Niederlage“ seines Lebens schon wieder nach vorne zu schauen, doch seinen Optimismus wollte sich der 29-Jährige nicht nehmen lassen.

Nuancen haben gefehlt

„Ich muss das jetzt verarbeiten“, sagte Rosberg: „Im Rennen haben kleine Nuancen gefehlt. Ich weiß, woran ich arbeiten muss. Das ist auch eine coole Herausforderung.“ Überhaupt sei die Saison „eine unglaubliche Erfahrung“ gewesen, „es gab sehr, sehr viele besondere Momente.“

Und weil Rosberg eben Rosberg ist, beginnt die neue Saison für ihn keine 48 Stunden, nachdem die alte endete. Die Formel 1 bleibt noch für zwei Testtage in Abu Dhabi. „Eigentlich geht gerade gar nichts, und ich habe auch keine Lust drauf. Aber ich fahre trotzdem“, sagte Rosberg. Damit die Dominanz der Silberpfeile noch ein bisschen weitergeht.

Ich habe zu Rosberg gesagt: nächstes Jahr bist du an der Reihe.

niki lauda