Für Freud und Leid ist keine Zeit

Sport / 27.11.2014 • 18:32 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Im 70. Ländle-Derby schenkten sich beide Teams nichts und es wurde um jeden Ball und Zentimeter Boden gekämpft. Fotos: gepa
Im 70. Ländle-Derby schenkten sich beide Teams nichts und es wurde um jeden Ball und Zentimeter Boden gekämpft. Fotos: gepa

Derbysieger Bregenz und Meister Hard erwartet morgen der nächste Härtetest.

Bregenz, Hard. Nach drei Saisonen mit drei Remis und neun Niederlagen haben die Bregenzer Handballer in dieser Saison bei den Ländle-Derbys gegen den Alpla HC Hard den Part der Glückseligkeit auf ihrer Seite. Nach dem 29:26-Heimsieg vor eigenem Publikum im Hinspiel konnten die Festspielstädter nun auch das zweite Revierduell im Grunddurchgang der Handball-Liga Austria auswärts mit 28:27 für sich entschieden und halten damit in der ewigen Derby-Bilanz nach dem 70. Duell bei 39 Siegen, acht Remis und 23 Niederlagen.

Verständlich positiv fällt das Resümee der siegreichen Trainerduos Max Rinner­thaler und Robert Hedin aus: „Nach zuletzt durchwachsenen Leistungen wollten wir im Derby unbedingt ein Zeichen setzen. Die Mannschaft hat die taktische Marschroute die gesamte Spielzeit über konsequent verfolgt und wurde für der heroischen Einsatz belohnt. Gleichzeitig hat man gezeigt, dass man zurecht zu den Top-4-Teams der Liga zählt“, so Rinnerthaler.

Freude ja, Euphorie nein

Im selben Atemzug betonte Rinnerthaler aber auch, dass man nicht den Fehler machen darf, zu glauben, dass der kleine Erfolgslauf ohne große Anstrengung einfach weitergeht. „Wenn man drei Saisonen in keinem Derby mehr als Sieger vom Parkett ging und jetzt zum zweiten Mal in Folge, war natürlich die Stimmung in der Kabine etwas euphorischer als
sonst, und es gab das eine oder andere Bier zur Belohnung. Gleichzeitig wurde aber darauf hingewiesen, dass bereits morgen im Heimspiel gegen West Wien die nächste Bewährungsprobe ansteht.“

Ein wesentlicher Faktor in der Partie gegen den aktuellen Tabellenführer wird sein, wie schnell es gelingt, die Kräfte nach den umkämpften 60 Spielminuten gegen Hard wieder zu bündeln. „Ich meine, die Jungs sollten die notwendige Erfahrung haben, um mit so einer Situation auch richtig umzugehen“, betont Rinnerthaler.

Eine schlaflose Nacht

Dagegen hatte Markus Burger nach der fünften Niederlage im 17. Vergleich als Hard-Trainer gegen seinen Stammverein eine schlaflose Nacht. Immer wieder gingen dem 50-Jährigen die Bilder des Spiels durch den Kopf: „Man kann ein Derby verlieren. Doch die Art und Weise hat mir den Schlaf geraubt. Vor vier Tagen haben wir im Europacup eine tadellose kämpferische und spielerische Leistung abgeliefert. Doch all diese Tugenden haben wir im Derby vergessen. Mir haben die Körpersprache, das Tempo und der unbedingte Wille, der uns beim 31:26-Sieg gegen Balatonfüredi ausgezeichnet hat, gefehlt.“

Zudem ärgerte sich Burger über den Spieltermin: „Es soll auf keinen Fall als Erklärung für die Derby-Niederlage gelten. Doch es ist meiner Meinung nach ein Schwachsinn, dass wir als einziger im Europacup verbliebener ÖHB-Verein zwischen zwei so wichtigen Spielen eine Ligapartie bestreiten müssen. Nachdem dies in den letzten beiden Jahren so war, haben wir im März die HLA gebeten, dies zu verhindern. Doch leider blieb unser Wunsch ungehört. Neben den physischen Belastungen des Derbys gilt es nun auch, bis zum Samstag neben den Reisestrapazen nach Ungarn auch den psychischen Rückschlag zu verarbeiten. Doch wir werden uns der Aufgabe mit aller Kraft stellen und versuchen, die Scharte gegen Bregenz am Plattensee auszubügeln“, so der Hard-Coach in kämpferischer Manier.

Jubel bei Alexander Wassel nach dem Abpfiff.
Jubel bei Alexander Wassel nach dem Abpfiff.
Golub Doknic nach dem dritten gehaltenen Siebenmeter.
Golub Doknic nach dem dritten gehaltenen Siebenmeter.
Robert Hedin „peitschte“ sein Team immer wieder nach vorne.
Robert Hedin „peitschte“ sein Team immer wieder nach vorne.
Markus Burger versuchte mehrfach, sein Team wachzurütteln.
Markus Burger versuchte mehrfach, sein Team wachzurütteln.

Handball

Handball-Liga Austria der Männer 2014 Internet: www.sis-handball.at

Grunddurchgang, 15. Runde

Bregenz HB – SG HB West Wien morgen, 19 Uhr

Handballarena Rieden, SR xxxx Hinrunde: 23:32

HC Linz – Alpla HC Hard Dienstag, 18.30 Uhr

SHS Kleinmünchen, SR xxxx Hinrunde: 25:28

Die weiteren Begegnungen

Schwaz HB Tirol – SU St. Pölten morgen, 18 Uhr, Hinrunde: 23:23

Union Leoben – UHK Krems morgen, 19 Uhr, Hinrunde: 31:37

HC Fivers WAT Margareten – HSG Bärnbach/Köflach Sonntag, 18 Uhr, Hinrunde: 33:26

Tabelle: 1. SG HB West Wien 14 12 0 2 456:381 +75 24

2. HC Fivers WAT Margareten 14 9 4 1 435:384 +51 22

3. Alpla HC Hard (TV) 14 10 1 3 427:370 +57 21

4. Bregenz HB 14 9 1 4 453:422 +31 19

5. UHK Krems 14 7 1 6 402:396 +7 15

6. HC Linz 14 5 1 8 364:408 -44 11

7. Schwaz HB Tirol 14 3 3 8 350:371 -21 9

8. Union Leoben 14 3 2 9 415:449 -34 8

9. HSG Bärnbach/Köflach 14 3 0 11 411:451 -40 6

10. SU St. Pölten 14 2 1 11 376:458 -82 5

Erklärung: Die Reihung der punktegleichen Teams erfolgt nach den direkten Begegnungen. Modus: Die Top-5-Teams nach dem Grunddurchgang bestreiten ab dem 7. Februar das Obere Play-off. Die Punkte aus dem Grunddurchgang werden halbiert. Die Ränge sechs bis zehn spielen im Unteren Play-off. Nach der Hin- und Rückrunde in beiden Ligen wird dann ab dem Viertelfinale (Erster Oberes Play-off gegen Dritter Unteres-Play-off, Zweiter Oberes Play-off gegen Zweiter Unteres Play-off usw.) im K.-o.-Modus bis zum Finale gespielt. Viertel- (Beginn 17. April), Halb- und Finale werden jeweils im „Best of three“-System ausgetragen.

Das Restprogramm

16. Runde (5. bis 7. 12)

SG HB West Wien – HC Linz, 5. 12., 19.30 Uhr, Hinrunde: 37:24, Schwaz HB Tirol – Union Leoben, 6. 12., 18 Uhr, Hinrunde: 24:25, Alpla HC Hard – HC Fivers WAT Margareten, 6. 12., 19 Uhr, Hinrunde: 25:27, UHK Krems – Bregenz HB, 6. 12., 19 Uhr, Hinrunde: 32:37, HSG Bärnbach/Köflach – SU St. Pölten, 7. 12., 18 Uhr; Hinrunde: 36:33

17. Runde (alle 13. 12., 20.20 Uhr)

Bregenz HB – Union Leoben, Hinrunde: 34:29, SU St. Pölten – Alpla HC Hard, 23:40, HC Fivers WAT Margareten, 28:30, HC Linz – UHK Krems, 26:26, HSG Bärnbach/Köflach – Schwaz HB Tirol, 24:34

18. und letzte Runde (alle 19. 12., 19 Uhr)

Alplc HC Hard – HSG Bärnbach/Köflach, 32:28, Schwaz HB Tirol – Bregenz, 27:25, SU St. Pölten – SG HB West Wien, 20:34, UHK Krems – HC Fivers WAT Margareten, 28:30, Union Leoben – HC Linz, 21:22