Abfahrer suchen den neuen König

Sport / 28.11.2014 • 21:28 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Matthias Mayer ist für die Rennen in Lake Louise fit. Auf der kanadischen Abfahrtspiste fehlt ihm aber noch ein Spitzenplatz. Foto: apa
Matthias Mayer ist für die Rennen in Lake Louise fit. Auf der kanadischen Abfahrtspiste fehlt ihm aber noch ein Spitzenplatz. Foto: apa

Olympiasieger Mayer nach Verletzung gut
gerüstet. Paris ist in Lake Louise Favorit.

lake Louise. Die alpinen Ski-Herren suchen ab heute ihren neuen Abfahrts-König. Denn Aksel-Lund Svindal, Gewinner des Abfahrts-Weltcups 2013 und 2014, muss aufgrund eines Achillessehnenrisses mehrere Monate passen. Die besten Karten aus österreichischer Sicht dürfte Matthias Mayer haben. Der Olympiasieger möchte schon beim Auftakt heute (19.30 Uhr) in Lake Louise ganz vorne mitmischen.

Für die Rennen gerüstet

Und das, obwohl Mayers Start in Nordamerika fraglich gewesen ist. Doch der Kärntner hat sich von einem Innenbandeinriss im rechten Knie und einer Wirbelsäulenprellung offensichtlich blendend erholt. „Wenn ich wieder fahre, dann Vollgas. Ich bin froh, dass es wieder passt und freue mich aufs Rennen“, sagte Mayer nach den bestandenen Belastungsproben beim Training in Panorama und Lake Louise.

Mayer war im Vorjahr in Lake Louise im Super-G Zweiter, in der Abfahrt hat er es bis dato noch nicht in die Top Ten geschafft. „Jetzt wird’s Zeit, dass ich hier auch in der Abfahrt ganz vorne mitfahre“, meinte Mayer. Während der 24-Jährige erst vor einer Woche ins Schneetraining zurückkehren konnte, haben seine Kollegen einige Kilometer mehr in den Beinen.

Allerdings verlief die Vorbereitung aufgrund der schwierigen Schneebedingungen alles andere als nach Wunsch. „Wir haben nie wirklich Abfahrtskurven simulieren können, das ist natürlich fürs Abstimmen des Material-Setups nicht ideal“, berichtete Romed Baumann. „Die anderen Nationen hatten aber auch kein überragendes Sommertraining.“

„Im Großen und Ganzen sind wir nicht so schlecht aufgestellt“, meinte Max Franz, der über das Erfolgsgeheimnis in Lake Louise meinte: „Da runter musst du voll anglühen. Gewisse Passagen sind mit Hirn zu fahren, ansonsten musst du den Ski runtertreiben.“ Temperaturen von bis zu minus 30 Grad Celsius und die neue Kurssetzung von Hannes Trinkl könnten das Rennen nach Ansicht von Franz „besonders interessant“ machen.

Reichelt geht es wieder gut

Hannes Reichelt bestreitet seine erste Abfahrt seit seinem Triumph auf der Kitzbüheler Streif im Jänner 2014. Danach bremste ihn eine akute Bandscheibenoperation. „Ich empfinde es gar nicht als Comeback. Die Schmerzen sind komplett weg, es geht mir gut“, meinte der 34-Jährige. Extralob gab es für Kurssetzer Trinkl: „Er hat die Kurven, die mühsam waren, in wirklich schöne Passagen verwandelt. Ich bin sehr positiv überrascht.“

Nach der Abfahrt folgt morgen (19 Uhr) ein Super-G. Von den jüngsten sechs Speed-Rennen in Lake Louise hat Svindal gleich vier gewonnen, Titelverteidiger in der Abfahrt und Favorit ist aber der Italiener Dominik Paris.

Wenn ich wieder fahre, dann Vollgas.

Matthias MAyer