Mitnaschen am Sahnehäubchen

Sport / 28.11.2014 • 18:07 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ivan Kovacec ist eine „heiße Aktie“, besitzt Altach doch das Vorkaufsrecht auf den Kroaten.
Ivan Kovacec ist eine „heiße Aktie“, besitzt Altach doch das Vorkaufsrecht auf den Kroaten.

Europacup bleibt das Altacher Saisonziel – gegen Grödig braucht es dafür drei Punkte.

Altach. „Wir wollen weiter Druck auf Wolfsberg ausüben.“ Zwar nur ein Satz von SCRA-Trainer Damir Canadi, aber die Worte drücken viel mehr aus. Sie sind Ausdruck des gesteigerten Selbstvertrauens der Cashpoint-Truppe und zeigen die Entwicklung des gesamten Vereins in den nunmehr fast zwei Jahren unter Canadi. Nicht nur, dass inzwischen auch Trainerkollegen nach Altach kommen, um zu hospitieren, auch die Gegner reisen mit einer gehörigen Portion Respekt im Koffer in die Kummenberggemeinde. So auch der „Altach-Ableger“ Grödig – Ione Cabrera (29), Daniel Schütz (23) oder Tomi Correa (29), der heute (18.30 Uhr) in der Cashpoint-Arena gastiert.

Kovacec und Dinamo Zagreb

Quasi der „lebende Beweis“ für die positive Entwicklung der Mannschaft bzw. der einzelnen Spieler ist Ivan Kovacec. Der talentierte Offensivspieler musste erst das „System Canadi“ lernen, um nunmehr ein ganz wichtiger Bestandteil der Mannschaft zu werden. In Liefering zuvor als nicht „Bullen-tauglich“ eingestuft worden, folgte seine Antwort prompt mit dem Super-Spiel gegen Salzburg. Und gegen den heutigen Gegner Grödig gelang dem 26-jährigen Kroaten das erste Saisontor für Altach. Es war ein denkwürdiges Spiel, jenes 3:3 in Salzburg, als die Vorarlberger einen 0:3-Rückstand wettmachten – und „am Ende gewinnen hätten können“ (Canadi). Inzwischen haben sich die Leistungen von Kovacec bis in seine Heimat durchgesprochen. Laut kroatischen Medien soll Dinamo Zagreb Interesse am Offensivspieler bekundet haben. „Dinamo? Das ist der Bubentraum jedes kroatischen Fußballers. Das ist wie Rapid in Österreich“, sprudelt es aus ihm heraus. Doch Kovacec schwächt ab: „Es ehrt mich zwar, aber mit mir hat niemand gesprochen.“ Lieber spricht er über Dribblings, die er so liebt oder das gute Tempo, das in der heimischen Bundesliga praktiziert wird.

Keine Antwort hatte er auf die Frage, ob er denn gegen Grödig beginnen werde. „Das weiß der Trainer“, so Kovacec und lächelt etwas verschmitzt. Natürlich, so der Kroate weiter, rechne er mit einem Einsatz – mehr aber nicht.

Respekt ist da

Der Trainer selbst wollte sich dazu auch nicht näher äußern. Canadi gibt vor einem Spiel seine Gedanken nicht gerne preis – weder zum Gegner noch seine Mannschaft betreffend. Vielmehr spricht der 44-jährige Coach stets mit Respekt vor den bevorstehenden Aufgaben, lobt zudem gerne seine Schützlinge – und fordert, das Selbstvertrauen lässt grüßen, Punktezuwachs ein. „Natürlich, wir haben uns den Platz erarbeitet. Es ist nicht so, dass uns die Punkte geschenkt wurden. Wenn in den kommenden Spielen auch noch ein wenig das Glück hinzukommt, wer weiß, was dann alles möglich ist.“ Für ihn hat die Mannschaft in der Entwicklung jedenfalls weiter „Luft nach oben“. Man habe in den bisherigen Spielen vieles gelernt, jetzt sei man so weit, um hinsichtlich der Europa-League-Plätze „mitnaschen“ zu wollen. Dafür aber müsse die Mannschaft auch bereit sein, einiges zu investieren. Gegen Grödig etwa in die Bekämpfung in deren schnellen Umschaltspiel mit Kickern wie Reyna, Philipp Huspek, Stefan Nutz oder Tomi, aber auch in die eigene Dominanz.

Dinamo ist in Kroatien ein Bubentraum, so wie in Österreich Rapid.

Ivan Kovacec
Das Duell zwischen Grödigs Philipp Huspek (vorne) und Altach-Verteidiger Ronald Gercaliu wird es auch heute öfters geben. Fotos: gepa/2
Das Duell zwischen Grödigs Philipp Huspek (vorne) und Altach-Verteidiger Ronald Gercaliu wird es auch heute öfters geben. Fotos: gepa/2