Eine große Nummer und eine Nummer zu groß

Sport / 03.05.2015 • 22:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Raphael Herburger, Michael Raffl und Brian Lebler jubeln über den 2:2-Ausgleich gegen die Schweiz. Foto: GEPA
Raphael Herburger, Michael Raffl und Brian Lebler jubeln über den 2:2-Ausgleich gegen die Schweiz. Foto: GEPA

Österreichs Nationalteam gewann bei der A-WM gegen die Schweiz 4:3 und verlor gegen Schweden 1:6.

Prag. (VN) Dem Favoriten ein Bein gestellt, die Überraschung geschafft. Österreichs Eishockeyauswahl besiegte die Schweiz, den Vize-Weltmeister von 2013, im Auftaktspiel der A-WM in Prag mit 4:3 nach Verlängerung. Drei Mal lag das ÖEHV-Team im Rückstand, drei Mal schaffte es den Ausgleich. Und feierte dann im Penaltyschießen den ersten Sieg seit 1997 gegen die Eidgenossen.

Komarek eiskalt

Konstantin Komarek verwertete den zweiten Penalty eiskalt, die Schweizer scheiterten mit allen drei Versuchen. „Wir haben uns schon was ausgerechnet, aber dass es zum Sieg reicht, hätten wir nicht gedacht“, freute sich Biel-Legionär Raphael Herburger. Der Dornbirner hatte nicht nur den 2:2-Ausgleich durch Brian Lebler vorbereitet, er verhinderte auch kurz vor Schluss, als er mit seinem Körper einen Schuss von Reto Suri blockte, den Schweizer Sieg. Österreichs 3:3 fiel erst 50 Sekunden vor der Schlusssirene – Michael Raffl fälschte einen Schuss seines Bruders Thomas zum 3:3 ab. Großer Einsatzwille und hohe Laufbereitschaft gepaart mit viel Herz zeichnete die Equipe von Dan Ratushny aus: „Es ist schwer, die Gefühle unter Kontrolle zu halten, weil es so ein emotionaler Sieg war“, meinte der Teamchef. „Die Spieler haben so viel mentale Stärke bewiesen. Ich habe auf die Ränge geblickt, die österreichische Flagge gesehen – was für ein großartiges Feeling.“

NHL-Profis zeigten auf

WM-Mitfavorit Schweden zeigte Österreich in Spiel zwei die Grenzen auf. Rene Swette, diesmal statt Bernhard Starkbaum im Tor, und seine Kollegen wurden allerdings unter Wert geschlagen. In einer starken Startphase wollte kein Treffer gelingen, die Nordeuropäer ihrerseits nützten die ersten Gelegenheiten. Die NHL-Profis Filip Forsberg (Nashville/14., 29., 32.), Oscar Klefbom (19.) und Anton Lander (20.) von Edmonton sowie Elias Lindholm (30./Carolina) schossen die Schweden 6:0 in Führung, ehe Dominique Heinrich der Ehrentreffer gelang (54.). Nach dem sechsten Gegentreffer hatte Swette genug, er machte Starkbaum Platz, der wie gegen die Schweiz mit einigen guten Paraden eine höhere Niederlage verhinderte. Ratushny: „Das ist schmerzvoll. Wenn wir nicht auf unserem höchsten Level spielen, dann passiert so etwas.“

Jetzt kann ich wieder ein Jahr in der Schweiz spielen, ohne mir dumme Sprüche anhören zu müssen.

Raphael Herburger