Kniffliger Systemcheck und das „Projekt 2016“

Sport / 13.05.2015 • 23:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ist auch schon über 30 Jahre alt: Bayerns Franck Ribéry. Foto: ap
Ist auch schon über 30 Jahre alt: Bayerns Franck Ribéry. Foto: ap

Nach dem K. o. ist vor dem nächsten Kampf. Beim FC Bayern München sind Veränderungen geplant.

München. Jetzt erst recht! Stolz, angriffslustig, fast schon euphorisch rief Pep Guardiola gegen Mitternacht sein „Projekt 2016“ aus. „Wir werden es in der Zukunft wieder versuchen“, versicherte der durch das Halbfinal-Aus gegen seine alte Liebe FC Barcelona noch zusätzlich angestachelte Bayern-Trainer. Das dritte – und Stand jetzt – letzte Münchner Jahr soll den Fußball-Starcoach nach mühsamer Sommerarbeit zum ersehnten großen Ziel bringen.

„Jetzt will ich die Meisterschaft feiern, dann Urlaub machen, dann die neue Saison vorbereiten. Ich hoffe, dann können wir besser spielen“, erklärte Guardiola, und 2016 die Champions-League-Trophäe holen. Barça sozusagen als Blaupause.

Die Bayern-Bosse um Karl-Heinz Rummenigge stehen unangenehmen Zukunftsfragen bevor. Über 150 Mill. Euro wie Barcelona vor einem Jahr werden sie auch bei diesjährigen Königsklassen-Einnahmen von über 60 Mill. kaum in die Hand nehmen. Aber es wartet eine feinfühlige Arbeit, u. a. mit verdienten Stars wie Bastian Schweinsteiger (30). Ein aufgepep(p)ter Kader macht zudem nur Sinn, wenn der stets fordernde Trainer einer vorzeitigen Vertragsverlängerung über 2016 hinaus zustimmt. Auch Fitness und Tempo beim 33-jährigen Xabi Alonso lassen zweifeln. Ein großes Rätsel gibt 37-Millionen-Mann Mario Götze auf, der wieder nur eine leicht zu opfernde Bauernfigur auf dem Schachbrett Guardiolas war.

Dazu kommen Franck Ribéry und Arjen Robben. Beide brauchen für ihr Spiel mehr als andere Tempo, Explosivität, Power. Beide sind mit 31 Jahren (Robben) und 32 Jahren (Ribéry) aber in der Spätphase ihrer Profikarriere angelangt. Anders als bei Robben, der als Perfektionist in Sachen Körperpflege gilt, scheinen die strapaziösen Profi-Jahre am Körper von Ribéry, der in der Anfangszeit seiner Karriere sogar auf dem Bau arbeiten musste, mehr gezehrt zu haben.