Klien bangt um Le-Mans-Einsatz

Sport / 17.05.2015 • 21:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Christian Klien – im Bild mit Freundin Hayley Tyrell – bestreitet den Le-Mans-Testtag schon mit dem dritten Team. Foto: ROMAN KLEMM
Christian Klien – im Bild mit Freundin Hayley Tyrell – bestreitet den Le-Mans-Testtag schon mit dem dritten Team. Foto: ROMAN KLEMM

Hohenemser bestreitet Le-Mans-Testtag. Für das Rennen ist man auf der Reserveliste.

Schwarzach. (VN-dg) Mühsam verläuft die Rennsportsaison von Christian Klien. Ende März testete er in Le Castellet noch mit Eifer den LMP2-Boliden von SARD-Morand und freute sich auf eine WEC-Saison mit den 24 Stunden von Le Mans. Doch dann kam alles anders: Auf der Anreise zum Auftakt nach Silverstone erfuhr Christian von den Finanzierungsschwierigkeiten und der kurzfristigen Absage seines Teams. Glücklicherweise kam er zu einem Last-Minute-Einsatz beim privaten LMP1-Team von ByKolles, weil dort der dritte Fahrer verhindert war. Auch beim zweiten WEC-Rennen in Spa durfte Klien nochmals für ByKolles antreten, allerdings nur im Training, im Sechs-Stunden-Rennen streikte das Auto.

China-Team als Alternative

Da Morand-Racing mittlerweile zwar wieder mit einem Uhrenhersteller einen Sponsor gefunden hat, aber für Le Mans nach dem Silverstone-Debakel von 24-Stunden-Veranstalter ACO aufgefordert wurde, ein Auto zurückzuziehen und man drei Bezahlfahrer hat, gibt es – zumindestens für Le Mans – für Klien dort kein Cockpit. Und auch bei ByKolles fahren in Le Mans nicht die zu bezahlenden Piloten Liuzzi und Klien, sondern mit Simon Trummer, Pierre Kaffer und Tiago Monteiro drei Fahrer, die eine Sponsormitgift vorweisen können. Also mussten sich Christian und Vater Johannes in der Sportwagen-WM-Szene innert kürzester Zeit abermals um eine anderweitige Fahrgelegenheit umschauen.

Schon in Silverstone wurden Kontakte mit dem chinesischen KCMG-Team aus Hongkong geknüpft, das in der LMP2-Kategorie antritt, mit Erich Kolb einen deutschen Teammanager hat und die Autos im deutschen Ummendorf wartet. In Spa wurden die Gespräche intensiviert und später fixiert: Da der finanzkräftige Japaner Satoshi Hoshino unbedingt die 24-Stunden von Le Mans bestreiten will, setzt KCMG für ihn einen zweiten Oreca-Boliden ein. Neben einem weiteren Japaner (Tamanobu Fujii) wollte Hoshino unbedingt einen erfahrenen europäischen Piloten an seiner Seite. Man wurde schnell mit Klien handelseinig. Der Haken: Da KCMG ein zweites Auto erst jetzt nachmeldete und die maximale Starterzahl von 56 bereits ausgereizt war, ist man „nur“ das erste Reserve-Team. Fix ist hingegen der Einsatz beim Le-Mans-Testtag am 31. Mai. Nur wenn dann ein Team durch einen Unfall ein Auto verliert oder eine Nennung zurückgezogen wird, würde das zweite LMP2-Auto von KCMG mit Klien für die 24-Stunden-Hatz nachrücken.

Zurück zu Morand?

Nach den Einsätzen für Peugeot (2008 und 2009), für Aston Martin (2011) und für Morand-Racing im Vorjahr muss Klien also noch sehr um seinen fünften Einsatz beim größten Autorennen der Welt zittern. Wie es dann mit dem 32-Jährigen überhaupt weitergeht, steht noch völlig in den Sternen, weil Finanzier Hoshino nur auf den Le-Mans-Einsatz fixiert ist. Klien: „Ich stehe weiterhin mit Benoit Morand in Kontakt. Dort will man nach dem Le-Mans-Rennen eventuell wieder beide Autos einsetzen und auf mich zurückgreifen.“

Bei Morand will man eventuell wieder zwei Autos einsetzen.

Christian Klien