„Ich bin extrem stolz, als Vorarlberger den Titel geholt zu haben“

Sport / 21.05.2015 • 22:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Jubel bei Salzburg-Coach Adi Hütter nach dem Spiel gegen Sturm Graz (0:0). Für den 45-jährigen Altacher ist der Meistertitel der bislang größte Erfolg in seiner Trainerkarriere. Foto: gepa
Jubel bei Salzburg-Coach Adi Hütter nach dem Spiel gegen Sturm Graz (0:0). Für den 45-jährigen Altacher ist der Meistertitel der bislang größte Erfolg in seiner Trainerkarriere. Foto: gepa

Salzburgs Cheftrainer Hütter zog nach Beinahe-Meistertitel erste Bilanz.

salzburg. „So-gut-wie-fix“-Meister Red Bull Salzburg hat mit einem Punktgewinn bei Sturm Graz die letzten praktischen Zweifel ausgeräumt. Während die Spieler nach dem 0:0 in Graz durchwegs noch verhalten jubelten, nahm Trainer Adi Hütter bereits erste Gratulationen entgegen. Den sechsten Meistertitel in der Red-Bull-Ära unmittelbar vor Augen, zog Hütter sogar ein erstes Saisonfazit.

„Es war kein einfaches Jahr, das muss man ganz klar sagen. Die Erwartungshaltung war sehr, sehr groß. Der Druck war da, das habe ich gespürt“, erklärte Hütter. Der sichtlich gelöste Vorarlberger, der unter anderem mit dem Champions-League-Aus gegen Malmö einen schwierigen Arbeitsauftakt bei den „Bullen“ hatte, resümierte stolz: „Wenn man jemandem wie Roger Schmidt nachfolgt, der Meister und Cupsieger geworden ist, dann sind das relativ große Fußstapfen. Ich habe aber immer wieder betont, dass ich nicht in die gleichen Fußstapfen treten will, sondern versuchen möchte, eine eigene Spur zu gehen. Es ist mir im ersten Jahr gleich gelungen, mit der Mannschaft Meister zu werden. Ich bin extrem stolz, als Vorarlberger den Titel geholt zu haben.“

Der schönste Titel

Hütter, der mit SV Austria Salzburg als Spieler drei Mal Bundesliga-Champion wurde (1994, 1995, 1997), steht nach dem Meistertitel 2013 mit Grödig in der Ersten Liga vor seinem ersten Meistertitel als Cheftrainer in einer obersten Spielklasse. „Beim dritten Titel als Spieler war ich selber Kapitän und durfte die Schale hochhalten, das war schon sehr schön. Aber als Trainer ist es noch einmal ganz was anderes, wenn man die Verantwortung für alles trägt. Deshalb ist dieser Meistertitel sicherlich über jenen als Spieler einzuordnen“, meinte Hütter.

Die Salzburger liegen zwei Runden vor Schluss mit einem Spiel mehr auf Verfolger Rapid neun Punkte voran. Da der Tabellenführer auch die klar bessere Tordifferenz (54 gegenüber 23) hat, haben die Wiener vor ihren ausstehenden drei Spielen praktisch keine Chance mehr auf Platz eins.

Salzburg kein Selbstläufer

Dass in dieser Saison im Salzburger Spiel längst nicht alles meisterlich von der Hand ging, wollte Hütter nicht überbetonen und erinnerte: „Diese Mannschaft hat mit Sadio Mane, Kevin Kampl und Alan Spieler verloren, die das Spiel gemeinsam mit Jonny Soriano extrem geprägt haben. Wir haben sie mit jungen Spielern ersetzt und sind trotzdem wieder Meister geworden.“ Zudem sei ein Meistertitel der „Bullen“ nicht der vielfach zitierte Selbstläufer. „Die Mannschaft arbeitet richtig hart, die Burschen investieren irrsinnig viel in ihren Job als Fußballer. Und das Besondere ist einfach, dass sie diesem Druck auch standgehalten und den Meistertitel eingefahren haben“, erklärte Hütter. Der 45-Jährige Altacher ortete in der Stunde des Triumphs aber auch Verbesserungspotenzial: „So selbstkritisch muss man sein, zu sagen, dass wir zu viele Gegentore bekommen haben. Wir haben auch in dem einen oder anderen Spiel zu viele individuelle Fehler gemacht.“

Die Burschen investieren irrsinnig viel in ihren Job als Fußballer.

Adi Hütter