Zuversichtlich vor Wiederwahl

Sport / 26.05.2015 • 20:10 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
FIFA-Präsident Joseph S. Blatter steht vor der Wiederwahl. Foto: ap
FIFA-Präsident Joseph S. Blatter steht vor der Wiederwahl. Foto: ap

Präsidentenwahl ist der Höhepunkt des
65. FIFA-Kongresses
in Zürich.

Zürich. FIFA-Präsident Joseph S. Blatter (79) ist drei Tage vor seiner wahrscheinlichen Wiederwahl „zuversichtlich“, in seine fünfte Amtszeit gewählt zu werden. Der Schweizer erschien am Dienstag bestens gelaunt zum Strategietreffen der 35 Fußballverbände aus Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik (CONCACAF). „Ich habe eine klare Botschaft an sie“, sagte Blatter vor dem Meeting. Es war sein erster öffentlicher Auftritt in der Wahlwoche.

Al-Hussein einziger Rivale

Am Freitag wählen die 209 FIFA-Mitglieder in Zürich den FIFA-Präsidenten. Einzig verbliebener Blatter-Herausforderer ist der jordanische Prinz Ali bin Al-Hussein, dem so gut wie keine Chance eingeräumt wird, und der ebenfalls zu den Verbänden der CONCACAF-Region sprach. Der 39-Jährige vermied im Anschluss aber eine Stellungnahme („Ich spreche später.“). Dabei ist seit der Interview-Offensive von UEFA-Boss Michel Platini, der selbst nicht den Machtkampf mit Blatter wagte, klar, dass Al-Hussein die Speerspitze der aus Europa gelenkten Anti-Blatter-Koalition ist.

Die CONCACAF-Verbände, die eineinhalb Stunden im Züricher Hotel Renaissance tagten, hatten Blatter schon im Vorfeld ihre große Unterstützung zugesagt. Im Anschluss deuteten Vertreter aus Curaçao erneut eine Blockbildung pro Blatter an. CONCACAF-Chef Jeffrey Webb habe dafür die Richtung vorgegeben.

Blatter äußerte sich außerdem zur Kritik des von seiner Kandidatur zurückgetretenen Luis Figo am FIFA-System („Diese Wahl ist keine!“). „Er ist ein freier Mann und kann sagen, was er will“, sagte Blatter lächelnd.

Fußball

Kurz nach ihrem 111. Geburtstag veranstaltet die FIFA den 65. Kongress ihrer Geschichte. Im Zürcher Hallenstadion steht bei der Versammlung der 209 Mitglieder des Fußball-Weltverbandes am Freitag die Präsidentenwahl mit Joseph S. Blatter als großem Favoriten auf eine fünfte Amtszeit im Mittelpunkt.

Der Fahrplan der FIFA-Kongresswoche

» Chefsache: Prinz Ali bin Al-Hussein hat als Herausforderer von Joseph Blatter praktisch keine Chance. Fraglich scheint derzeit nur, ob Blatter schon im ersten Wahlgang mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit in seine fünfte Amtszeit geschickt wird. Die aus Europa angeführte Anti-Blatter-Koalition wird am Thron des Schweizers kaum wackeln können.

» Abschied: Die Funktionärskarriere von Theo Zwanziger endet mit dem Kongress. Nach vier Jahren in der Fußball-Weltregierung scheidet der frühere DFB-Präsident auch aus diesem Amt. Mit seinen Projekten, der FIFA-Demokratiereform und der Beobachtung der Lage von Menschen- und Arbeitsrechten im WM-Land Katar hatte er nur mäßigen Erfolg.

» Anfang: Wolfgang Niersbach übernimmt den Posten von Theo Zwanziger in der FIFA-Exekutive. Der DFB-Chef ist damit der mächtigste Fußball-Funktionär Deutschlands und als Freund von UEFA-Boss Michel Platini Teil der erwarteten Anti-Blatter-Fraktion in dem Gremium. Erste Bewährungsprobe wird der Kampf um die WM-Startplätze 2018.

» WM 2018Joseph Blatter ist ein Fuchs. Da die Verteilung der WM-Startplätze auch ein von ihm beliebtes Wahlkampfmittel ist, verlegte er die Entscheidung über die Quoten 2018 auf eine Exko-Sondersitzung am Samstag – den Tag nach der Präsidentenwahl. Europa kämpft um seinen Status quo von 14 Plätzen für Russland.

» WM 2022: Die Entscheidung für eine Winter-WM in Katar steht. Jetzt wird in den Gremien um die genaue Terminierung und die Konsequenzen für den internationalen Kalender gefeilscht. FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke gab dem Exekutivkomitee bereits ein Update über den Stand der Verhandlungen mit Clubs und Ligen.

» WM 2026: Eine WM-Rotation zwischen den Konföderationen gibt es nicht mehr. Doch für 2026 sollen gewisse Ausschlusskriterien etabliert werden. Länder aus Europa und Asien dürfen sich wohl nicht bewerben, da die beiden Turniere zuvor in Russland und Katar stattfinden. Eine Verkündung der Entscheidung durch das Exko steht noch aus.

» Palästina: Der Nahost-Konflikt hat die FIFA erreicht. Weil Spieler in ihrer Bewegungsfreiheit behindert würden, verlangt der Verband Palästina einen Ausschluss Israels aus dem Weltverband. Aussicht auf Erfolg bei der Kongressabstimmung hat der Antrag nicht. Aber für Joseph Blatter ist er ein Ärgernis kurz vor der erhofften Wiederwahl.