De la Parte spielte die erste Geige am Symphonikerplatz

Sport / 12.07.2015 • 20:59 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Victor de la Parte mit der Siegertrophäe der 67. Ö-Tour. Foto:gepa
Victor de la Parte mit der Siegertrophäe der 67. Ö-Tour. Foto:gepa

Team Vorarlberg feierte beim Finale in Bregenz Ö-Tour-Gesamtsieg vor Tausenden Zuschauern.

bregenz. (VN-akp) „Ich habe in den letzten Tagen sehr gelitten und auf der letzten Etappe nach Bregenz gab es den ganzen Tag über Attacken. Alle haben mich gejagt, es war kein einfacher Triumph“, kommentierte Victor de la Parte seinen Gesamtsieg bei der 67. Österreich-Rundfahrt. Der Spanier vom Team Vorarlberg gewann mit einem Vorsprung von 1:21 Minuten vor dem Belgier Ben Hermans (BMC Racing). Er bescherte seiner Mannschaft bei der Zielankunft in Bregenz den ersten Sieg bei der Heimrundfahrt in der 17-jährigen Teamgeschichte und damit den bis dato größten Erfolg. Robert Vrecer (Slo) wurde im Jahr 2012 Dritter, ebenso wie Landsmann Jure Golcer 2003.

„Wer diese schwere Tour gewinnt, ist ein verdienter Sieger. Mit diesem Triumph haben wir nicht unbedingt gerechnet. Es war eine perfekte Teamarbeit, vor allem, wenn man bedenkt, dass wir viele junge Fahrer dabei hatten. Ich bin wirklich stolz auf dieses Dream-Team“, jubelte Teammanager Thomas Kofler. De la Parte erwies sich als der stärkste Bergfahrer im Feld. Der 29-jährige Baske hatte den Grundstein für den Gesamtsieg mit den Siegen am vierten Tag mit der Bergankunft am Dobratsch in Villach und dem Tageserfolg zwei Tage später am Kitzbüheler Horn gelegt. Im Ziel wurde der Spanier von seiner Freundin und seinen Eltern empfangen, die vor Freude Tränen in den Augen hatten. „Vor so vielen Zuschauern in der Heimat meines Teams zu gewinnen ist ein Traum, ich habe das alles noch gar nicht realisiert. Nun brauche ich erst einmal ein paar Tage Urlaub bei mir zu Hause. Ich war schon drei Monate lange nicht mehr daheim“, sagte De la Parte.

Moreno holte Tagessieg

Auf der letzten Etappe kontrollierte die Ländle-Equipe das Renngeschehen nach dem Start in Innsbruck bis zum Fuße des Hahntennjochs. Danach war de la Parte auf sich allein gestellt. Aus einer 25-köpfigen Spitzengruppe setzten sich sechs Ausreißer ab, mit dabei auch der Sieger in der Bergwertung und Glocknerkönig Felix Großschartner (Felbermayr Simplon Wels).

Am letzten Anstieg löste sich der Russe Egor Silin, bis zur zweitletzten Etappe auf Rang sechs in der Gesamtwertung gelegen. Auf der Abfahrt durch den Bregenzerwald in die Landeshauptstadt wurden jedoch alle Ausreißer gestellt. Im Hauptfeld befanden sich alle Favoriten mitsamt dem Mann im Gelben Trikot. In Bregenz gab es nach 184 Kilometern und 2778 Höhenmetern unerwartet einen Massensprint vor der Kulisse der Festspielbühne. Den Tagessieg sicherte sich der Italiener Moreno Moser, Neffe von Francesco Moser, vor dem Australier David Tanner.

Denifl bester Österreicher

Bester Österreicher der neuntägigen Rundfahrt der Hors Categorie ist der Tiroler Stefan Denifl (IAM) auf dem zehnten Gesamtrang. Zum Gesamtsieger meinte er: „Der absolut Stärkste in den Bergen hat mehr als verdient gewonnen.“ Die Siegertrophäe in der Punktewertung ging an den Slowenen Jan Tratnik. Rang eins in der Mannschaftswertung sicherte sich das Team BMC Racing, Felbermayr Simplon Wels wurde als bestes österreichisches Team Vierte. Das Team Vorarlberg belegte den 16. Platz. Auf der letzten Etappe stieg u. a. Grischa Janorschke vorzeitig aus dem Sattel, zuvor musste bereits Clement Koretzky verletzungsbedingt die Ö-Tour beenden.

Das Radteam Vorarlberg durfte sich über den erstmaligen Gesamtsieg bei der Österreich-Radrundfahrt freuen. Foto: gepa
Das Radteam Vorarlberg durfte sich über den erstmaligen Gesamtsieg bei der Österreich-Radrundfahrt freuen. Foto: gepa

Rad

67. Österreich-Radrundfahrt 2015 Internet: oesterreich-rundfahrt.at

Einzel-Gesamtwertung

1. Victor de la Parte (ESP) Team Vorarlberg 36:05:54 Std.

2. Ben Hermans (BEL) BMC +1:21 Min.

3. Jan Hirt (CZE) CCC 1:32

4. Brent Bookwalter (USA) BMC 2:13

5. Natnael Berhane (ERI) MTN 2:16

6. Egor Silin (RUS) Katjuscha 3:00

7. Pierre-Roger Latour (FRA) AG2R 3:12

8. Thomas Degand (BEL) IAM 3:16

9. Pawel Poljanski (POL) Tinkoff-Saxo 3:20

10. Stefan Denifl (AUT) IAM 3:34

25. Felix Großschartner (AUT) Felbermayr Simplon Wels 10:35

32. Stephan Rabitsch (AUT) Felbermayr Simplon Wels 12:55

54. Nicolas Baldo (FRA) Team Vorarlberg 33:03

84. Daniel Paulus (AUT) Team Vorarlberg 58:48

102. Andreas Walzel (AUT) Team Vorarlberg 1:21:20

106. Daniel Lehner (AUT) Team Vorarlberg 1:40:12

109. Patrick Jäger (AUT/V) Team Vorarlberg 2:05:32

Insgesamt sind 109 der 160 gestarteten Fahrer ins Klassement gekommen. Ausgeschieden u. a. Clement Koretzky (FRA, Sturz auf der 4. Etappe) und Grischa Janorschke (GER, 8. Etappe), beide vom Team Vorarlberg.

» Die einzelnen Etappen 2015

Etappe Sieger Gelbes Trikot

8. Etappe: Moreno Moser (ITA) Cannondale Victor de la Parte (ESP) Vorarlberg

7. Etappe: Lukas Pöstlberger (AUT) Tirol Cycling Team Victor de la Parte (ESP) Vorarlberg

6. Etappe: Victor de la Parte (ESP) Vorarlberg Victor de la Parte (ESP) Vorarlberg

5. Etappe: Johann van Zyl (RSA) MTN Jan Hirt (CZE) CCC

4. Etappe: Victor de la Parte (ESP) Vorarlberg Jan Hirt (CZE) CCC

3. Etappe: Rick Zabel (GER) BMC Angel Vicioso (ESP) Katjuscha

2. Etappe: David John Tanner (AUS) IAM Gerald Ciolek (GER) MTN

1. Etappe: Sondre Holst Enger (NOR) IAM Gerald Ciolek (GER) MTN

Prolog: Team Katjuscha Rudiger Selig (GER) Katjuscha

Zur Person

Víctor de la Parte González

Der Spanier in den Farben von Team Vorarl­berg feierte mit dem Gesamtsieg bei der Ö-Tour seinen größten Karriereerfolg.

Geboren: 22. Juni 1986

Wohnort: Vitoria, Baskenland

Familie: ledig, Freundin Maja

Bisherige Teams: 2010: Caja Rural (Stagiaire); 2011: Caja Rural; 2012: Bicilokura CDC (bis 31. Mai); SP Tableware Cycling Team (ab 1. Juli); 2013: SP Tableware; 2014: Efapel-Glassdrive, 2015: Team Vorarlberg.

Größte Erfolge: 2015: Gesamtsieger und zwei Einzeletappen Österreich Rundfahrt, Gesamtsieger Flèche du Sud; 2014: Prolog Portugal-Rundfahrt; 2013: Gesamtsieger und ein Etappensieg Tour d’Algérie; 2012: Gesamtsieger und ein Etappensieg Sibiu Cycling Tour.