Rosberg jagt Hamilton, aber niemand die Silberpfeile

Sport / 23.07.2015 • 22:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
WM-Leader Lewis Hamilton kommt mit einem Polster von 17 Punkten zum Grand Prix nach Budapest. Foto: Reuters
WM-Leader Lewis Hamilton kommt mit einem Polster von 17 Punkten zum Grand Prix nach Budapest. Foto: Reuters

Beim Grand Prix in Budapest steht vor allem Ferrari-Star Sebastian Vettel unter Druck.

Budapest. Nico Rosberg hat auf Angriff geschaltet. Hart will er in Ungarn fahren, vor der Sommerpause noch einmal ein Ausrufezeichen setzen im ewigen Duell der Silberpfeile gegen Weltmeister und WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton. „Auf diesem Kurs kann man sein Können zeigen“, sagt der Vizeweltmeister. Das ist allerdings in der Vergangenheit vor allem dem britischen Champion gelungen – nach vier Siegen ist der Hungaroring Hamilton-Land.

„Ungarn ist ein wundervoller Ort und gehört zu meinen Favoriten“, sagte Hamilton vor dem Großen Preis von Ungarn am Sonntag (14 Uhr), der natürlich noch unter den Eindrücken der Beerdigung von Jules Bianchi in Nizza steht. „Ich weiß, dass er wollen würde, dass wir weiter so hart fahren wie er, und das habe ich vor.“

Nach drei Siegen aus den letzten fünf Rennen brennt allerdings auch Rosberg auf die zweite Saisonhälfte. „Es wird wieder ein enges Duell“, sagte er mit Blick auf seinen Mercedes-Teamkollegen. Hamilton hat im Kampf um die Krone derzeit noch die Nase vorn – 17 Punkte (194:177) liegt der 30-Jährige vor seinem Nachbarn aus Monaco.

„Das Glas ist halb leer“

Doch Rosberg ist der personifizierte Optimismus. „Ich glaube, Rosberg wird dominieren. Er macht einen sehr starken Eindruck“, sagte der werdende Vater – mit einem Lächeln auf den Lippen. Schließlich weiß er genau, dass auch Hamilton kein Jota nachlassen wird auf dem Weg zu seinem dritten Titel.

Schauen müssen die Silberpfeil-Piloten derzeit sowieso nur auf sich selbst. Konkurrenz? Welche Konkurrenz? Sebastian Vettel, der mit seinem Sieg in Malaysia letztlich mehr Hoffnung bei den Fans und dem Team geschürt hatte, als die Scuderia erfüllen konnte, musste zuletzt den dritten Platz in Silverstone praktisch aus dem Hut zaubern. „Das Glas ist halb leer, nicht halb voll“, sagte deshalb Teamchef Maurizio Arrivabene. Der muss sich zudem, mehr als ihm lieb ist, mit seinem anderen Fahrer beschäftigen: Kimi Räikkönen. Der Finne steht vor dem Aus – und die „K-Frage“ sorgt für Unruhe rund um den Traditionsrennstall. Räikkönens potenzielle Nachfolger stehen bereits in den Startlöchern, allen voran Valtteri Bottas. Allerdings müsste Ferrari für den 25-Jährigen tief in die Tasche greifen, laut der Tageszeitung Gazzetta dello Sport ruft Bottas‘ derzeitiger Arbeitgeber Williams eine Ablöse von 18,5 Millionen Euro aus.

Williams nimmt Tempo auf

Anstatt also die Silberpfeile zu jagen, müssen die Ferrari-Piloten vermehrt in den Rückspiegel schauen, denn Williams, bestückt mit Mercedes-Motoren, hat zur Jagd auf die Scuderia geblasen. Budapest mit seiner fließenden, kurvigen Strecke sollte aber zumindest in der Theorie Ferrari besser liegen als den stark motorisierten Williams.

Doch ausgerechnet Vettel hat überhaupt keine guten Erinnerungen an die üblichen Hitzeschlachten auf dem Hungaroring: Der viermalige Weltmeister ist noch ohne Sieg in Ungarn. Wie übrigens auch Nico Rosberg.

Formel 1

Großer Preis von Ungarn, Hungaroring

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