Diskussionen ums Cockpit

Sport / 06.09.2015 • 20:44 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Jacques Villeneuve ist gegen geschlossene Cockpits. Foto: gepa
Jacques Villeneuve ist gegen geschlossene Cockpits. Foto: gepa

Kopfverletzungen als letzte ganz große Gefahr in der Formel 1.

Monza. Die Diskussion um geschlossene Cockpitkuppeln in der Formel 1 hat in Monza das aktuelle Reifenthema rasch abgelöst. Anlass sind tödliche Unfälle in jüngster Vergangenheit, bei denen Kopfverletzungen ausschlaggebend waren. Puristen sind weiterhin gegen „Kanzeln“, aktuelle WM-Piloten stehen dem Thema offener gegenüber. „Man muss sich das auf jeden Fall anschauen“, fordert etwa Sebastian Vettel.

Aktuellster trauriger Anlass war der Tod des Indy-Car-Fahrers Justin Wilson, der früher selbst in der Formel 1 tätig gewesen war. Der Brite war kürzlich bei einem Rennen in Pennsylvania völlig unbeteiligt von einem Trümmerteil eines verunfallten Autos am Helm getroffen worden und einen Tag später seinen schweren Verletzungen erlegen.

Kurz davor war der nach seinem Japan-Unfall lange im Koma liegende Franzose Jules Bianchi gestorben. 2009 war Nachwuchsfahrer Henry Surtees von einem Rad tödlich am Kopf getroffen worden. Felipe Massa überlebte im gleichen Jahr nur mit Glück und einem Schädel-Hirn-Trauma, nachdem ihn in Budapest eine Metallfeder am Helm getroffen hatte.

Es gibt viele schwere oder gar tödliche Unfälle dieser Art im Formel-Sport, in dem die Piloten in offenen Cockpits sitzen.

Geht es nach Jacques Villeneuve, soll das auch so bleiben. „Das wäre dann keine Formel 1 mehr“, sagte der ehemalige Formel-1-Weltmeister, IndyCar-Champion und Indy-Sieger. Für Villeneuve, dessen Vater Gilles ebenfalls tödlich verunglückt ist, gehört die Gefahr einfach dazu. Außerdem sei das Besondere an Formel-Rennen, dass die Zuschauer im Gegensatz zu Sportwagenrennen die Helme der Piloten sehen, diese erkennen und sich dadurch identifizieren würden.