Schweiz macht nun Ernst

23.09.2015 • 21:09 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Rafael Esquivel (rechts) mit FIFA-Chef Joseph S. Blatter. Foto: ap
Rafael Esquivel (rechts) mit FIFA-Chef Joseph S. Blatter. Foto: ap

Auslieferung des verhafteten Venezolaners Rafael Esquivel im Zuge des FIFA-Skandals an die USA zugestimmt.

Zürich. Rafael Esquivel war am 27. Mai mit sechs anderen FIFA-Funktionären in Zürich festgenommen worden. Der 69-Jährige hat nun 30 Tage Zeit, um diesen Auslieferungsbescheid anzufechten. Esquivel war früher Präsident des Fußballverbandes in seinem Heimatland und Mitglied des Exekutivkomitees des südamerikanischen Verbandes (CONMEBOL). Er wird beschuldigt, im Zusammenhang mit dem Verkauf von Marketingrechten für die Copa America der Jahre 2007, 2015, 2016, 2019 und 2023 Schmiergelder in Millionenhöhe kassiert zu haben und soll sich deshalb vor einem US-Gericht verantworten.

Die USA haben im größten Skandal in der mehr als hundertjährigen Geschichte des Weltfußballverbandes bisher Anklage gegen neun FIFA-Vertreter und fünf Führungskräfte von Sportmedien- und Vermarktungsunternehmen erhoben. Bereits im Juli hatte der ehemalige Vorsitzende des nord- und mittelamerikanischen sowie karibischen Fußball-Verbandes (CONCACAF), Jeffrey Webb, seiner Auslieferung in die USA zugestimmt. Vor einem Bundesgericht in New York hatte Webb, ebenfalls ein ehemaliger FIFA-Vize, die Vorwürfe gegen ihn zurückgewiesen und auf nicht schuldig plädiert.

Weiters hat die Schweiz bereits der Auslieferung von Eugenio Figueredo (83) an die USA zugestimmt. Dem Uruguayer, Ex-CONMEBOL-Vize und früherer Vizepräsident der FIFA, wird vorgeworfen, beim Verkauf von Marketingrechten für die Copa America der Jahre 2015, 2016, 2019 und 2023 von einem uruguayischen Unternehmen Bestechungsgelder in Millionenhöhe angenommen haben.