Die FIFA gewährt Einblick in ihr Innerstes

Sport / 24.09.2015 • 20:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Beim Krisengipfel in Zürich will FIFA-Chef Joseph S. Blatter Lösungen präsentieren. Foto: epa
Beim Krisengipfel in Zürich will FIFA-Chef Joseph S. Blatter Lösungen präsentieren. Foto: epa

Zürich. Joseph S. Blatter stellt sich. Zwar wird der scheidende und mehr denn je umstrittene Präsident des Fußball-Weltverbands FIFA heute „nur“ vor die Weltpresse treten – nach der Suspendierung seiner rechten Hand Jérôme Valcke sowie den neuen, schwerwiegenden Korruptionsvorwürfen erwartet den 79-Jährigen aber dennoch ein wahres Kreuzverhör. Beim vorausgehenden Krisengipfel des Exekutivkomitees steht eine Reform-Revolution zumindest auf der Agenda.

Am Donnerstagabend gewährte die FIFA den Schweizer Behörden Einsicht in alle E-Mail-Accounts des gefallenen Generalsekretärs. Zudem begrüßte die Bundesanwaltschaft die Tatsache, „dass die FIFA aus eigener Initiative die E-Mails von Jérôme Valcke seit Mai 2015 der Bundesanwaltschaft überbracht hat.“ Stimmen die Vorwürfe gegen Valcke, wird für die FIFA ein Horror-Szenario wahr. Unter anderem soll der 54-jährige Franzose laut (fragwürdiger) Zeugen schon vor der Entscheidung im Dezember 2010 von der sicheren Vergabe der WM 2022 nach Katar gesprochen haben. Ein Entzug wäre dann unvermeidlich – genauso wie die folgenden Milliardenklagen aus dem Wüstenemirat und von Bauträgern aus der ganzen Welt, auch aus Deutschland. Der Rattenschwanz würde kein Ende nehmen. Einen Ausweg, wenn es ihn denn gibt, wird Blatter nun erst seiner „Regierung“, dann der Öffentlichkeit präsentieren müssen.