Auf Saures folgt Süßes

25.09.2015 • 19:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Zukunft ist lila: Ski-Ass Anna Fenninger rührt in den nächsten vier Jahren die Werbetrommel für Milka.  Foto: Gepa
Die Zukunft ist lila: Ski-Ass Anna Fenninger rührt in den nächsten vier Jahren die Werbetrommel für Milka. Foto: Gepa

Skirennläuferin Anna Fenninger fährt mit neuem Sponsor zumindest noch vier Jahre.

wien. Anna Fenninger bekam im Sommer nach einem Konflikt zwischen dem Skiverband (ÖSV) und ihrem damaligen Manager Klaus Kärcher viel Saures ab, war ihrem Karriereende schon „sehr nahe“. Einen Monat vor dem Weltcup-Saisonstart in Sölden gibt es nun Süßes für die Olympiasiegerin und zweifache Weltcup-Gesamtsiegerin. Fenninger präsentierte in Wien „Milka“ als neuen Kopfsponsor. Der Vertrag läuft auf vier Jahre, mindestens so lange will die nun mit lila Helm startende 26-Jährige auch weiter Skirennen bestreiten.

„Ich gehe meinen Weg“

Der Konflikt mit dem ÖSV eskalierte nach dem erfolgreichen Winter, in dem Fenninger erneut den Gesamtweltcup gewonnen hatte und in Vail Doppel-Weltmeisterin (Super-G, Riesentorlauf) geworden war, nachdem eine Anzeige mit einer verbandsfremden Auto-Marke (Mercedes) und Fenninger erschienen war.

Die Salzburgerin glaubt aber nicht, klein beigegeben zu haben und ist überzeugt, dass ihre Fans, die sie im anfänglichen Konflikt mit dem Verband intensiv begleitet hatten, deshalb nicht böse sind. „Ich habe mich nicht verändert und gehe meinen Weg weiter“, sagte Fenninger. „Ich bin dieselbe Anna und entscheide weiterhin selber, was für mich wichtig ist. Das ist kein Richtungswechsel. Es gibt nur eine Richtung und das ist vorwärts.“

Mitgenommen habe sie aus den „wilden“ Monaten auch einiges, betonte die Salzburgerin. „Ich habe gelernt, dass man einfach wirklich über alles reden muss.“ Nun sei aber alles wieder gut. Fenninger sieht sich vom Skiverband optimal betreut. Sie hat nun nicht nur einen neuen Kopfsponsor und auch weiterhin ihre Geparden auf dem Helm, sondern – wie Marcel Hirscher – nun auch eine eigene Pressebetreuung.

Ein Abfahrtssieg als Ziel

Neuen Manager gibt es offiziell (noch) keinen. „Mir geht es grundsätzlich um Eigenständigkeit und Selbstverantwortung. Ich treffe derzeit und wie schon zuletzt, die meisten Entscheidungen selbst.“ Ob sie von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel gemanagt wird und ob Milka den Vertrag mit ihr persönlich oder dem Skiverband abgeschlossen hat, ist nicht klar.

Neben der deutschen Pressebetreuerin Ursula Hoffmann gehören Ski-Coach Meinhard Tatschl sowie Physio Peter Meliessnig zu ihrem exklusivem Dreier-Team. Für Fenninger ist das die gewünschte Konstellation. „Ich gehöre weiterhin zur Mannschaft und kann trotzdem selbst entscheiden, welches Training gerade für mich wichtig ist.“

Dass die kommende Saison eine ohne Großereignis ist, stört Fenninger nicht. „Ich habe genug Ziele. Ich will prinzipiell die skifahrerische Leistung, die in mir steckt, umsetzen und weiterentwickeln. Und natürlich endlich auch eine Abfahrt gewinnen. Nahe genug dran war ich ja schon“, hat sie sich vorgenommen. Und natürlich auch den Gewinn einer Speed-Kugel. „Das wär ein Riesen-Wunsch.“