Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Ende wohl absehbar

Sport / 25.09.2015 • 22:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wenn es auch bestens inszeniert war, das erneute Eingreifen der Bundesanwaltschaft Schweiz hat vor allem eines gezeigt: Der Weltfußballverband ist führungslos. Vor einer Woche wurde die rechte Hand von Präsident Joseph S. Blatter suspendiert, nun steht der welthöchste Fußball-Funktionär selbst am Pranger.

Jahre, ja jahrzehntelang hat sich der Schweizer auf Saubermann an der FIFA-Spitze gemacht. Alles prallte an dem rüstigen 79-Jährigen ab – ob Korruption, Skandal oder gar Verbrechen. Zumeist lächelte Blatter die Vorwürfe einfach weg, meist dementierte er und oft saß er Anschuldigungen einfach aus. Damit hat die Bundesanwaltschaft in seinem Heimatland endgültig aufgeräumt. Es scheint, als wäre das Ende des nicht ungerne als Sonnengott titulierten Herrn Blatter nahe. Ein Verfahren wegen der „ungetreuen Geschäftsbesorgung“ und „Veruntreuung“ droht. Damit stehen bis zu fünf Jahren Haft im Raum, auch wenn bis zur rechtskräftigen Verurteilungen für Blatter die Unschuldsvermutung gilt.

Ein Neuanfang jedenfalls ist in weite Ferne gerückt, zumal auch der UEFA wegen der Verstrickung von Michel Platini das FIFA-Schicksal – kopflos zu sein – drohen könnte. Nachfolger? Sind keine in Sicht, zumal auch die Namen Issa Hayatou (FIFA) oder Angel Maria Villar (UEFA) nicht als Funktionäre mit weißen Westen gelten.

christian.adam@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-211