Red-Bull-Boss meint es ernst

25.09.2015 • 20:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Teamchef Horner muss eine Motoren-Lösung finden – Mateschitz humorlos.

Suzuka. Nach der Trennung vom langjährigen Motorenpartner Renault ist der Ausstieg des ehemaligen Erfolgsrennstalls Red Bull aus der Formel 1 zum Saisonende für Teamchef Christian Horner (41) eine reale Gefahr. „Dietrich Mateschitz spricht nicht sehr oft, aber wenn er es macht, sollte man das sehr ernst nehmen“, sagte Horner vor dem Großen Preis von Japan in Suzuka.

Red-Bull-Eigentürmer Mateschitz (71) hatte zuletzt gedroht, sich aus der Königsklasse des Motorsports zurückzuziehen, sofern es 2016 keinen erfolgversprechenden Renault-Ersatz gibt. „Es ist mein Job, jetzt eine Lösung zu finden, und ich tue mein Bestes, um einen wettbewerbsfähigen Motor zu finden“, sagte Horner: „Aber wenn das nicht der Fall ist, dann gibt es ein Risiko.“

Ein bisschen desillusioniert

Horner offenbarte bei einer Pressekonferenz, dass Mateschitz momentan „ein bisschen desillusioniert“ sei, was die Formel 1 angeht. „Red Bulls Position ist eine andere als bei Teams wie McLaren, Williams oder Ferrari. Die Formel 1 muss etwas zurückgeben und man darf nicht zu sehr eingeschränkt werden“, sagte der Brite.

Red Bull steht für das nächste Jahr aktuell ohne Motorenpartner da. Renault-Geschäftsführer Carlos Ghosn hatte kürzlich am Rande der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt die Trennung von Red Bull bestätigt. „Wir haben ihnen klar gesagt: Zählt nicht mehr auf uns als Motorenlieferant“, hatte Ghosn gesagt.

Renault hat sein Interesse am Lotus-Rennstall bekundet. Das Team ist an diesem Wochenende im Fahrerlager der Formel 1 in Japan obdachlos. Den Mitarbeitern – von den Mechanikern über die Ingenieure bis zu den Fahrern und den Teamverantwortlichen – steht keine Unterkunft auf dem Suzuka International Racing Course zur Verfügung. Weil Rechnungen von Lotus noch immer nicht beglichen wurden, wird der Zugang zum vorgesehenen Zelt verwehrt. Doch im Land des Lächelns nehmen es die Betroffenen mit (Galgen)-Humor: „Wie in alten Zeiten“, twitterte Fahrer Romain Grosjean über einem Foto, das ihn mit Mitarbeitern auf Kühlbehältern sitzend zeigt.

Mr. E. sorgte sich um Lotus

Um sich zwischenzeitig stärken zu können, durften Mechaniker und Ingenieure zum Essen und Trinken in den Paddock Club. Den Weg zu der exklusiven Gesellschaft hatte ihnen Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone freigemacht. „Wenn ihr euch fragt, wo wir heute gegessen haben . . . Mr. E. hat für uns gesorgt“, twitterte das Team mit einem Foto der Mechaniker vor der Garage. „Danke Bernie“, hieß es dazu auf einem Boxen-Schild.

Es ist mein Job, eine Lösung zu finden und ich tue mein Bestes.

Christian Horner