Hamilton packte Killerinstinkt aus

Sport / 28.09.2015 • 19:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Siegerpokal Nummer acht für Lewis Hamilton, in Suzuka war der Brite nur in der ersten Runde gefordert. Foto: ap
Siegerpokal Nummer acht für Lewis Hamilton, in Suzuka war der Brite nur in der ersten Runde gefordert. Foto: ap

Der eiskalte Weltmeister fuhr in Kurve zwei ein knallhartes Manöver gegen Rosberg.

sUZUKA. Auf dem Weg zu seinem dritten WM-Titel nimmt Lewis Hamilton auf niemanden Rücksicht, schon gar nicht auf seinen ungeliebten Stallrivalen Nico Rosberg. „Ich habe nichts Gefährliches getan, aber ich wollte das Rennen unbedingt gewinnen“, sagte der britische Formel-1-Weltmeister. Genau dieser Killerinstinkt unterscheidet den 30-Jährigen auch in diesem Jahr vom gleichaltrigen Verfolger Rosberg.

„Kaltblütig und ohne Barmherzigkeit“ nannte die Gazzetta dello Sport Hamilton und verglich ihn mit Senna. „Wahre Meister sind so: Eine Aktion, und sie bestimmen das Ergebnis“, befand La Stampa.

Rosberg zerknirscht

Nach Hamiltons ungefährdetem Triumph in Japan wurde noch lange über die Szene in der zweiten Kurve nach dem Start diskutiert. Hamilton überholte Rosberg in einem knallharten Manöver, bei dem der Polesetter von der Strecke abkam und drei Plätze verlor. „Wenn du außen bist, musst du damit rechnen, dass dir der Platz ausgeht, wenn du nicht vom Gas gehst“, sagte Hamilton lapidar.

Rosberg kennt diese Situation. Wenn es hart auf hart geht, riskiert Hamilton ohne Rücksicht auf Verluste alles, während Rosberg nachgibt, um Schlimmeres zu verhindern. „Ich musste ausweichen, um eine Kollision zu vermeiden. Das hat mich das Rennen gekostet“, sagte Rosberg in Suzuka etwas zerknirscht.

„Das ist kein Schachspiel“

„Hart“ war sein Manöver, gab Hamilton zwar zu, „aber das ist kein Schachspiel“, meinte der 41-malige Grand-Prix-Sieger, der weiß, wovon er spricht. Schon mehrfach ging es mit Rosberg im teaminternen Duell aufs Ganze, zum Beispiel im April in China oder im Vorjahr in Bahrain. Auch Aufsichtsratsboss Niki Lauda nannte das Verhalten seines Vorzeigefahrers in Japan vertretbar und meinte: „Das kann man so machen.“