„Maschine“ Spieth ganz menschlich

28.09.2015 • 20:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Zwei Trophäen und den Zehn-Millionen-Dollar-Jackpot mit nach Hause genommen: Jordan Spieth. Foto: ap
Zwei Trophäen und den Zehn-Millionen-Dollar-Jackpot mit nach Hause genommen: Jordan Spieth. Foto: ap

Der Texaner gewinnt als jüngster Golfprofi den FedExCup und ist wieder die Nummer eins.

atlanta. Auf den Grüns stürmte Jordan Spieth noch wie eine Putt-Maschine zum 10-Millionen-Dollar-Jackpot, in den Armen seiner geistig behinderten Schwester Ellie aber gab der Golf-Star einen tiefen Einblick in sein Innenleben. „Das Geld bedeutet mir so viel“, sagte Spieth voller Demut: „Denn es gibt mir die Chance, mich noch besser um die Menschen zu kümmern, die mich so weit gebracht haben.“ Spieth, der gerade im Alter von 22 Jahren das US-Tour-Finale in Atlanta gewonnen, die Führung in der Weltrangliste zurückerobert und eine neue Bestmarke in puncto Saisonpreisgeld aufgestellt hatte, dachte dabei an seine Eltern. Bestimmt waren auch Bruder Steven, Freundin Annie und Caddie Michael Greller Teil seiner Gedanken. Aber Ellie war es eben, die er am 18. Grün des East Lake Golf Club besonders herzte.

„Sie ist so lustig und das Beste, was unserer Familie passieren konnte“, sagte Spieth einmal über die acht Jahre jüngere Ellie, die an einer neurologischen Störung und einer Form von Autismus leidet. „Sie inspiriert mich, ihr schreibe ich einen großen Teil meiner Erfolge zu.“

Fünf Siege in diesem Jahr

Eben auch den vom Sonntag. Im Gegensatz zu den Triumphen beim US Masters in Augusta und den US Open war Ellie diesmal vor Ort. Sie fieberte mit, als Bruder Jordan gleichauf mit dem letztlich zweitplatzierten Schweden Henrik Stenson lag. Und sie jubelte, als sich der Texaner dank seiner unfassbaren Putting-Stärke entscheidend von der Konkurrenz absetzte.

„Es ist unglaublich, hier zu gewinnen. Ich musste erst einmal meine Emotionen während der Woche in den Griff bekommen und mental extrem stark bleiben“, sagte die texanische „Maschine“ nach dem sechsten Turniererfolg in der noch jungen Karriere. Allein fünf davon verbuchte er in diesem Jahr, gut zwölf Millionen Dollar Preisgeld – exklusive der Bonuszahlung vom Sonntag – hatte bislang noch kein anderer Golfer in einer Saison verdient. Auch kein Tiger Woods.