Vom Zauber ist nichts mehr da

28.09.2015 • 20:26 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dornbirn-Verteidiger Olivier Magnan hat mit Innsbruck-Stürmer Benedikt Schennach seine Not. Foto: gepa
Dornbirn-Verteidiger Olivier Magnan hat mit Innsbruck-Stürmer Benedikt Schennach seine Not. Foto: gepa

Nach einem sehr guten Start sind Dornbirns Eishockeycracks außer Tritt gekommen.

Dornbirn. (VN-ko) „Diese Mannschaft kann jeden schlagen“, behauptet Alexander Kutzer, Manager des Dornbirner EC. Nachsatz: „Wenn sie hart an sich arbeitet.“ Das ist offenbar zuletzt nicht passiert, denn dreimal in Serie gingen die Bulldogs in der Erste Bank Liga als Verlierer vom Eis. Gut, dass nach sieben Testspielerfolgen auch drei Meisterschaftssiege – mit einem zwischenzeitlichen Besuch auf Platz eins der Tabelle – zu Buche stehen. Allerdings ist vom Zauber der Start­runden nichts mehr übrig.

Kraft hat gefehlt

Die Partie gegen Salzburg konnte noch von 2:3 auf 4:3 gedreht werden. Bei der 2:3-Niederlage gegen den KAC war die Luft im Bulldogs-Spiel draußen, wirkte die Mannschaft platt. „Das Spiel gegen Klagenfurt war sehr gut“, behauptet aber Trainer Dave MacQueen. „In den letzten zwei Spielen (Anm.: Bozen und Innsbruck) hat uns dann ein wenig die Kraft gefehlt.“ Wegen zu vieler verlorener Bullys (kein Mittelstürmer kommt auf eine 50 Prozent-Quote) ist man gezwungen, dem Spiel hinterher zu laufen. Puckverluste im Aufbau, verlorene Zweikämpfe, fehlende Präzision im Abschluss stehen einem flüssigen Spielablauf im Weg. An eine von McQueen weiterentwickelte Variante des Offensivspiels ist momentan nicht zu denken. „Wir haben viel über den guten Saisonstart gesprochen. Jetzt ist es an der Zeit, über einen guten Start in die Spiele zu sprechen“, gefielen dem Trainer zuletzt die frühen Rückstände gegen den KAC, Bozen und Innsbruck nicht.

Und pünktlich, wie in jeder der Bulldogs-Saisonen bisher, scheint auch die Torhüterfrage in Fahrt zu kommen. Florian Hardy ist in keinem seiner vier Einsätze eine fehlerfreie Partie gelungen. Gegen Innsbruck ließ er sich von Benedikt Schennach im kurzen Kreuzeck erwischen. Ex-Feldkirch-Torhüter Claus Dalpiaz kommentierte den Treffer vielsagend: „Ich hätte das Tor nicht bekommen. Weil ich früher zu faul war, um auf die Knie zu gehen.“

Ihren Unmut über die Auftritte vom Wochenende taten die „Dorobirar Ishacklar“, eine Bulldogs Fangruppe, via Facebook kund. „Der enttäuschenden Leistung in Bozen folgt jedoch leider eine nahezu erschütternde Darbietung ausgerechnet (wieder einmal) im Westderby in Innsbruck“, schrieben die verstimmten Anhänger. Von zahmen Schoßhündchen ist die Rede, denen am Ende ein mehr als schmeichelhafte Ergebnis-Kosmetik gelang. Es müsse sich schleunigst wieder etwas an der Einstellung bei der Mannschaft ändern, wolle man nicht wieder im Tabellen-Niemandsland enden.

D’Aversa fällt aus

Gegen Tabellenführer Znojmo wird am Freitag (19.15 Uhr) neben Nick Crawford auch Abwehrchef Jonathan D‘Aversa ausfallen. Er laboriert an einer Muskelverletzung im Adduktorenbereich, eine MRI-Untersuchung soll eine genau Diagnose ermöglichen. Manager Kutzer rechnet mit einer Pause von rund 14 Tagen.

In den letzten zwei Spielen hat uns ein wenig die Kraft gefehlt.

DAve MacQueen