Gold-Coup von Fegerl und Co.

Sport / 29.09.2015 • 22:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Tischtennisteam feiert EM-Gold, von Freundin Qianbing Li gab es für Stefan Fegerl ein Siegerbussi. Foto: gepa
Das Tischtennisteam feiert EM-Gold, von Freundin Qianbing Li gab es für Stefan Fegerl ein Siegerbussi. Foto: gepa

Das Tischtennis-Herrenteam gewann in Jekaterinburg den Europameistertitel.

Jekaterinburg. Nach Jahren der Zugehörigkeit zur absoluten Europa- und auch Welt­spitze hat das österreichische Tischtennis als Bestätigung und Belohnung dafür bei der Europameisterschaft in Jekaterinburg sein erstes Team-Gold geholt. In einem packenden Finalduell der Herren mit Favorit Deutschland steuerten Robert Gardos, Daniel Habesohn und Stefan Fegerl je einen Punkt zum 3:2-Triumph bei.

Ein Sieg des Willens

„Wir wollten diesen Erfolg einfach unbedingt, hatten einen großen Willen“, sagte Gardos nach der Siegerehrung bei der Pressekonferenz. „Wir wussten, es wird ein hartes und langes Match. Wir waren darauf eingestellt, und haben bis zum letzten Ball gekämpft.“ Viereinhalb Stunden hat die Auseinandersetzung mit dem sechsfachen Europameister gedauert.

Gardos hatte zu Beginn des Duells mit dem Erzrivalen gegen Linkshänder Patrick Baum einen schweren Stand, handelte sich gegen den Ex-Vize-Europameister einen 0:2-Satzrückstand ein. Doch Österreichs Nummer eins fand ins Spiel, erkämpfte einen fünften Satz und entschied diesen nach Abwehr eines Matchballs mit seinem zweiten knapp für sich. Es folgte die hochstehendste Partie. Stefan Fegerl zog gegen Dimitrij Ovtcharov ein tolles Angriffsspiel auf, ging 1:0 in Sätzen in Front. In Satz zwei holte er ein 4:9 auf und vergab mehrere Satzbälle, ehe Ovtcharov doch in der Verlängerung noch ausglich. Bei einem 1:2 lieferte Fegerl in Satz vier ein Husarenstück, als er vier Matchbälle in Serie und später noch einen abwehrte. In Satz fünf vergab er einen Matchball und verlor.

Daniel Habesohn hielt in Folge dem Druck stand, führte gegen Patrick Franzsika mit 2:0 und 10:8. Der Wiener vergab aber beide Matchbälle, diesmal glich Franziska nach Sätzen aus. Im fünften Satz ließ Habesohn mit taktisch klugem Spiel aber nichts mehr anbrennen, stellte auf 2:1. „Mir war klar, wenn ich verliere sind wir in großen Schwierigkeiten“, sagte der 29-Jährige.

Der 36-jährige Gardos gewann danach gegen Ovtcharov zwar den Eröffnungssatz, musste sich aber der Stärke des Weltranglisten-Fünften beugen. Schließlich schloss Fegerl gegen Baum an die starke Leistung gegen Ovtcharov nahtlos an und fertigte Baum 3:0 ab.

Gut eingestellt

Dass es wieder auf ihn ankam, störte den Niederösterreicher gar nicht: „Es war ein super Gefühl. Aber heute war es ein bisschen leichter als gegen Portugal und Russland. Wir waren die Außenseiter, ich war extrem relaxed. Wir sind im Vorfeld davon ausgegangen, das Ovtcharov vermutlich zwei Punkte holen wird“, erklärte Fegerl. „Aber auf die übrigen Spiele waren wir perfekt vorbereitet und gut auf unsere Gegner eingestellt.“

Von heute bis Sonntag gibt es bei der EM noch insgesamt vier Medaillen-Chancen im Einzel und Doppel.

Das Tischtennisteam feiert EM-Gold, von Freundin Qianbing Li gab es für Stefan Fegerl ein Siegerbussi. Foto: gepa
Das Tischtennisteam feiert EM-Gold, von Freundin Qianbing Li gab es für Stefan Fegerl ein Siegerbussi. Foto: gepa