Ein Jubiläum für das Geburtstagskind

Sport / 02.10.2015 • 20:53 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Philipp Netzer ist das Gesicht des SCR Altach.
              Fotos: gepa/2, Hartinger, Mathis

Philipp Netzer ist das Gesicht des SCR Altach.

Fotos: gepa/2, Hartinger, Mathis

Kapitän Netzer bestreitet heute als Jung-Dreißiger sein 200. Pflichtspiel für Altach.

Altach. Die Wiener Austria sowie in weiterer Folge der Cashpoint SCR Altach – die beiden Klubs prägten das Fußballer-Dasein von Philipp Netzer. Und so trifft es sich bestens, dass beide Mannschaften sich an seinem Jubiläum heute (18.30 Uhr) in der Cashpoint-Arena gegenüberstehen. Der Kapitän bestreitet gegen die „Violetten“ sein 200. Pflichtspiel für die Altacher – und das einen Tag nach seinem 30. Geburtstag. Heute ist er neben Martin Kobras (29) und Andreas Lienhart (29) dienstältester Altach-Spieler.

Vor elf Jahren war Netzer ein erstes Mal nach Altach gewechselt. Vom FC Lustenau kommend blieb der einstiege Akademie-Spieler aber nur eine Saison, ehe er einen Vierjahresvertrag bei Austria Wien unterzeichnete. Danach holte Altach den „verlorenen Sohn“ zurück (2009) und es begann eine Erfolgsstory, die bis zum heutigen Tag anhält – ein Ende noch nicht in Sicht. „Ich denke, dass ich noch ein paar gute Jahre vor mir habe“, verschwendet der Mittelfeldspieler vorerst nicht allzu viele Gedanken an die Zeit nach dem Fußball.

Kommende Woche, in der Länderspielpause, will Netzer seinen runden Geburtstag im kleinen Rahmen mit der Mannschaft ein wenig feiern. Davor aber sollen vor allem noch drei Punkte gegen seinen Ex-Klub Austria Wien eingefahren werden. „Wenn wir mit der gleichen Einstellung wie zuletzt ins Spiel gehen, dann können wir gegen jeden in der Liga bestehen“, sagt Netzer. Vor dem Spiel gab der Lochauer den VN einen kleinen Einblick in sein Seelenleben, bezüglich Alter, Klub und Ziele.

Wünsche? In erster Linie Gesundheit. Das ist für jeden wichtig. Bis auf kleinere Blessuren fühle ich mich richtig topfit. Das war und ist für mein Spiel immens wichtig. Heute horche ich besser in meinen Körper hinein und versuche, die Pausen selbst zu wählen. Dies ist sicherlich ein großer Unterschied zu früher.

Alter? Ich fühle mich nicht anders wie gestern (schmunzelt). Vielleicht an Erfahrung reifer. Aber ja, jetzt steht beim Alter eine Drei davor. Ein neuer Abschnitt, sicherlich spannend.

Rückblick? Die Zeit ist sehr schnell vergangen. Ich kann sagen, dass ich stolz darauf bin, was wir mit Altach erreicht haben. Ich meine damit die Entwicklung des Vereins und auch meine. Wenn ich zurückdenke, wie sich der Klub präsentierte, als ich mit 19 das erste Mal hier spielte. Da hat sich etwas entwickelt. Es macht mich natürlich stolz, als tragende Säule der Mannschaft Anteil an der erfolgreichsten Zeit der Klubgeschichte zu haben. Mich als Spieler freut, dass sich die Beharrlichkeit des Vereins ausgezahlt hat. Wir hatten auch Rückschläge, doch davon haben sich die Verantwortlichen nicht aus der Spur bringen lassen. Sie haben das Ziel „Aufstieg“ nie aus den Augen verloren – und keine hektischen Entscheidungen gefällt.

Bemerkenswertes?

Dass wir es geschafft haben, praktisch mit der identen Meistermannschaft im ersten Bundesligajahr Platz drei zu belegen. Einfach ein Wahnsinn. All das schweißt extrem zusammen. Es ist auch eine Genugtuung zu sehen, dass wir mit unserer guten Leistung in der zweiten Liga ganz oben nicht nur mitspielen können, sondern an einem guten Tag auch Rapid, Salzburg, Sturm oder die Austria Wien schlagen können.

Europacup-Aus eine Befreiung? Im ersten Moment hat es richtig wehgetan – auch, weil wir es wirklich schaffen hätten können. Danach haben wir schnell in den Liga-Alltag gefunden. So gesehen hat alles Negative auch etwas Positives. Möglicherweise tut es uns als Mannschaft auch richtig gut, dass die Doppelbelastung weg ist. Ausreden gibt es auf jeden Fall keine mehr.

Kapitän und Anführer

200. Pflichtspiel für Altach – Netzer ist bei den Rheindörflern gereift, die Fans haben den Kapitän längst ins Herz geschlossen. Vorbei ist der jugendliche Leichtsinn, Netzer anno 2015 ist ein selbstbewusster Kapitän.

2004: Jungprofi Philipp Netzer: vom FC Lustenau nach Altach.
2004: Jungprofi Philipp Netzer: vom FC Lustenau nach Altach.
2005: Als Austrianer (r.) gegen Kapfenbergs David Sencar.
2005: Als Austrianer (r.) gegen Kapfenbergs David Sencar.
2009: Die Rückkehr nach Altach.
2009: Die Rückkehr nach Altach.

Zur Person

Philipp Netzer

Hat für Altach nicht nur 23 Tore erzielt, sondern auch 15 Treffer vorbereitet.

Geboren: 2. Oktober in Bregenz

Größe/Gewicht: 188 cm

Vertrag bis: 2017

Europa-League-Spiele/-Tore: 4/1

Bundesliga-Spiele/-Tore: : 45/3

Erste Liga-Spiele/-Tore: 221/34