Hirscher muss sich noch plagen

06.10.2015 • 18:52 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Trainingsrückstand bei Marcel Hirscher. Der Weltcuspieger hat bis zum Auftakt in Sölden noch Aufholbedarf im Training. Foto: gepa
Trainingsrückstand bei Marcel Hirscher. Der Weltcuspieger hat bis zum Auftakt in Sölden noch Aufholbedarf im Training. Foto: gepa

Rückstand beim Weltcup-Titelverteidiger. Ski-Asse im Vorbereitungsendstadium.

Flattach. Österreichs Ski-Alpin-Teams sind im Vorbereitungsendspurt für die Weltcup-Saison gut auf dem Weg. Die Technik-Mannschaften trainieren diese Woche im Mölltal, für die Riesentorläufer unter ihnen geht es schon übernächste Woche in Sölden los. Großes Ziel des ÖSV ist es, auch 2015/16 wieder die großen Kristallkugeln bei Damen und Herren zu holen.

Denn erstmals seit vier Jahren geht man in einen Winter ohne Großereignis, damit ist der Kampf um die Kugeln das bestimmende Thema. Während Marcel Hirscher um den bereits fünften Gesamtsieg in Folge kämpft, will Anna Fenninger ihren dritten in Serie. Ganz reibungslos ist die Vorbereitung aber weder für Hirscher noch für Fenninger gelaufen. Der Salzburger etwa sieht speziell im Riesentorlauf noch Rückstand. In den Trainings waren zuletzt auch andere, wie der von Hirscher hochgelobte Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer, schneller als der Technik-Spezialist aus Annaberg.

Mayer im „Riesen“ stark

Doch Mayer reagierte gelassen. „Der Marcel hat im Riesen sicher noch einiges im Kastl, während bei mir nicht mehr viel mehr drin ist. Außerdem sind bei mir Training und Rennen immer zwei Paar Schuhe“, relativierte der Kärntner. Was er nicht abstritt: „Ich habe jetzt sicher auch im Riesen wieder einen Schritt gemacht. Mein Ziel ist es aber, eine Speed-Kugel zu gewinnen.“

Dass Hirscher nicht zuletzt auch wegen seiner Erkrankung Rückstand hat, bestätigte auch sein Trainer Michael Pircher. „Es stimmt. Wir plagen uns wie im Vorjahr.“ Nervös werde man aber deshalb nicht. „Auch im Vorjahr haben wir im letzten Moment noch das richtige Set­up gefunden.“ Dringendster Wunsch wäre deshalb, nächste Woche den Sölden-Rennhang zur Verfügung zu haben. „Es wäre schade, wenn wir den Heimvorteil nicht nützen könnten“, sagte Pircher.

Pause für Fenninger

Tunlichst in Sölden soll nächste Woche auch Fenninger wieder auf die Rennski zurückkehren. Die Salzburgerin muss wegen ihrer anhaltenden Knieprobleme derzeit pausieren. „Anna muss ihre Belastungen sehr dosieren. Ich bin aber optimistisch, dass es klappt“, hofft Damenchef Jürgen Kriechbaum auf ein Antreten Fenningers beim Weltcup-Gletscher-Auftakt am 24. Oktober.

Insgesamt haben sich die ÖSV-Mannschaften bisher beinahe optimal vorbereiten können. Auch der Speed-Block in Südamerika war ein Erfolg, viele „Ausreden“ wird es also im kommenden Winter ohne Medaillen-Events, aber mit vermehrten Kombinationen nicht geben.

Auch Herren-Chef Andreas Puelacher zeigte sich im Mölltal deshalb zufrieden. „Die Bedingungen und die Trainings bisher waren sehr gut. Das Wichtigste ist aber, dass wir keine Verletzten hatten.“ Dass Hirscher noch Rückstand hat, bestätigte auch Puelacher. „Aber das ist kein großes Problem. Die Zweiten wechseln ständig, und wirklich entscheidend sind jetzt die drei Wochen bis Sölden. Dort wird Marcel sicher wieder einer der Favoriten sein.“