„Wir fahren unseren Sport tot“

Sport / 06.10.2015 • 20:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hannes Reichelt passt der Weltcup-Kalender nicht.  Foto: gepa
Hannes Reichelt passt der Weltcup-Kalender nicht. Foto: gepa

Hannes Reichelt übt heftige Kritik am neuen Ski-Weltcup-Kalender.

Flattach. Der Ski-Weltcup-Winter ist mit seinen vielen Kombinationen und Parallel-Rennen ein spezieller – und nicht alle haben ihre Freude damit. Ein Kritiker ist Hannes Reichelt. Der Super-G-Weltmeister ist seit diesem Jahr in der FIS-Athleten-Kommission und plädiert somit nun „offiziell“ für eine andere Gewichtung zwischen Speed- und Technikrennen. Der neue Kalender ist für Reichelt ein Horror.„Die Aufteilung passt einfach nicht. Wenn du zwei Speed-Kugeln holst und nicht zusätzlich auch im Riesen gut bist, hast du keine Chance auf den Gesamtweltcup. Wenn du hingegen Slalom und Riesentorlauf gewinnst, bist du automatisch auch Gesamtsieger. Das ist unfair“, findet Reichelt. „Ein Gesamtsieger sollte in mindestens drei Disziplinen vorne mitfahren müssen“, ärgert sich der Salzburger schon länger.

Nun ist er wie der Kanadier Michael Janyk, Daniela Merighetti (Ita) und Jessica Lindell-Vikarby (Swe) Mitglied der Athleten-Kommission und kann diese Meinung auch im FIS-Council vortragen. Der 35-Jährige hat dies heuer in Warna auch getan. Die Reaktion war offenbar bescheiden. „Sie wollen es nicht ändern, das ist traurig.“

Planungsfrechheit

Für Reichelt ist der ganze Kalender ohnehin viel zu umfangreich und deshalb auch problematisch. Ein Beispiel: „Die Dezember-Rennen in Folge in Gröden, Alta Badia und Madonna, das ist eine Planungsfrechheit. Da bist du als Allrounder kurz vor dem Burn-out und man fährt schon vor Weihnachten unseren Sport tot“, fürchtet der jährige Salzburger.

Grundsätzlich gehe die Weltcup-Planung in die falsche Richtung. „Man macht mehr und mehr Rennen, forciert Slalom, Riesen und City Events statt mit den bestehenden Klassikern wie Wengen oder Kitzbühel etwas Qualitatives zu machen, etwa eine Art Grand Slam.“ Seine Meinung zu den City-Events ist: „Eine tolle Sache, aber im Gesamt-Weltcup haben die nichts verloren. Besser wäre es, eine hochdotierte Serie daraus zu machen.“