„Bernie ist immer für Schlagzeilen gut“

07.10.2015 • 18:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Verkauft Bernie Ecclestone seinen fünfprozentigen Anteil? Der Formel-1-Promotor mit seiner rechten Hand im Grand-Prix-Zirkus, Pasquale Lattuneddu.  Foto: gepa
Verkauft Bernie Ecclestone seinen fünfprozentigen Anteil? Der Formel-1-Promotor mit seiner rechten Hand im Grand-Prix-Zirkus, Pasquale Lattuneddu. Foto: gepa

Ecclestone hat die
Formel 1 nach den
Verkaufsgerüchten
in Aufruhr gebracht.

Kitzbühel. Mit zwei, drei Worten mal eben die Formel 1 aus ihren Angeln heben? Für Bernie Ecclestone ist das eine der leichteren Übungen. Die Königsklasse soll noch in diesem Jahr verkauft werden, das plauderte der 84-Jährige vor dem Großen Preis von Russland ganz beiläufig aus – und auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff konnte sich wenig später ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Drei buhlen um die Anteile

„Bernie ist immer für eine Schlagzeile gut, nicht wahr?“, sagte der Wiener im Rahmen des Camp Beckenbauer in Kitzbühel. In der Tat schlug Ecclestones Aussage große Wellen. Drei Bieter seien es derzeit, „ich wäre überrascht, wenn es nicht bald über die Bühne geht“, sagte Ecclestone. Katar Sports Investment (QSI) und Immobilien-Mogul Stephen Ross sollen ebenso um die Anteile buhlen wie Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz.

Derartige Worte des gewieften Geschäftsmanns sind stets auch mit Vorsicht zu genießen, doch kommt es zum baldigen Besitzerwechsel, würde das zweifellos für jede Menge Getöse sorgen. Die geradezu irrwitzige Gesamtsumme von rund sieben Milliarden Euro für die doch eigentlich kriselnde Serie steht im Raum, es wäre der Anfang vom Ende der „Ära Ecclestone“, und die Auswirkungen auf die Zukunft der Königsklasse kaum abzusehen.

„Ein Besitzerwechsel hat in der Vergangenheit aber nicht unbedingt geheißen, dass Ecclestone nicht mehr am Start war“, sagt Ex-Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Und der Brite hat auch mit 84 Jahren noch nicht genug. „Wichtig für uns als Team ist, dass wir bei den Anteilseignern Nachhaltigkeit haben, eine langfristige Sicht auf die Formel 1“, mahnt Wolff: „Wir werden das mit Interesse verfolgen. Aber zu sagen haben wir dabei nichts.“

Keine Motoren für Red Bull

„Ein Verkauf geht uns prinzipiell ja nichts an. Aber warum er es jetzt rausposaunt, ist ein Rätsel“, sagte Mercedes-Aufsichtsratschef Lauda. Er kann sich nicht vorstellen, dass sich Mateschitz das antut. „Von oben herab wieder mit Mercedes und Ferrari zu kämpfen, daran hat er null Interesse.“ Der Ex-Weltmeister betonte in der Motorenfrage: „Es gibt keine Diskussion mit Red Bull. Die diskutieren mit Ferrari, und was da rauskommt, weiß ich nicht.“