Hinter den Kulissen geht es rund

09.10.2015 • 19:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In Sotschi, dem Schauplatz der Olympischen Winterspiele 2014, fährt die Formel 1 das 15. Saisonrennen. Foto: ap
In Sotschi, dem Schauplatz der Olympischen Winterspiele 2014, fährt die Formel 1 das 15. Saisonrennen. Foto: ap

Die Formel 1 wurde in Sotschi von der Feuerwehr und Dauerregen ausgebremst.

Sotschi. Ein Feuerwehr-Einsatz und Dauerregen haben den ersten Trainingstag für den Formel 1 Grand Prix von Sotschi empfindlich gestört. Die erste Kraftprobe von Ferrari-Star Sebastian Vettel mit WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton und Nico Rosberg im Mercedes ist damit buchstäblich ins Wasser gefallen. Zudem machten auch am Schwarzen Meer neue Entwicklungen im Red-Bull-Motorenproblem die Runde.

Krisengipfel

Zunächst hatten Einsatzkräfte am Vormittag die Strecke wegen Dieselspuren mit Hochdruckschläuchen reinigen müssen und damit den Trainingsbetrieb bereits um eine halbe Stunde verzögert. Die Streckenbetreiber kündigten eine interne Ermittlung an. Ein Kehrwagen hatte offenbar bei der Fahrt über den Asphalt Treibstoff verloren. Nach dem Eingreifen der Feuerwehr war der Kurs an mehreren Stellen so nass, dass die Piloten lange Zeit nur mit Mischwetter-Reifen fahren konnten.

Dafür ging es abseits des Renngeschehens rund. Laut einem Bericht des britischen TV-Senders BBC soll es am Vormittag zu einer Art Krisentreffen zwischen Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone sowie Teamchef Christian Horner und Motorsportberater Helmut Marko von Red Bull gekommen sein. Das Trio soll sich wegen der nach wie vor ungewissen Motorenzukunft des britisch-österreichischen Rennstalls unterhalten haben. Ecclestone soll in der Folge sofort zu Mercedes gegangen sein, um die Deutschen zu überreden, Red Bull doch noch zu beliefern.

„Wir haben uns diese Entscheidung gut überlegt, sie ist auch unter dem Blickpunkt der Kapazität gefallen. Und deshalb ist es auch unsere letzte Entscheidung“, hatte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff jedoch bereits in einem Interview wenige Stunden zuvor klargestellt. Und dann erteilte auch noch Ferrari den „Bullen“ einen Korb. Die Scuderia wolle in der kommenden Saison höchstens das Red-Bull-Schwesternteam Toro Rosso mit Treibwerken beliefern, die zudem nicht auf dem neuesten technischen Stand sein sollen.

Nach Monza geht nichts mehr

„Red Bull war sich sicher, dass sie Mercedes-Motoren bekommen würden – so sicher, dass sie nicht nur Renault gekündigt haben, sondern auch Infiniti und Total“, wurde Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene von „motorsport-total.com“ zitiert. Erst als Mercedes Red Bull Racing abgesagt hatte „kamen sie zu uns. Wenn sie das schon im Juni getan hätten, wäre noch genug Zeit. Aber nach Monza nicht mehr.“