Klopp als „Normal One“

09.10.2015 • 21:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Versteckspiel nur für den Fotografen: Reds-Coach Jürgen Klopp. Foto: ap
Versteckspiel nur für den Fotografen: Reds-Coach Jürgen Klopp. Foto: ap

Demütig und doch voller Euphorie hat Jürgen Klopp seinen Job als Trainer des FC Liverpool angetreten.

Liverpool. Wenn José Mourinho sich selbst als „The Special One“ bezeichne, sei er „The Normal One“, sagte Jürgen Klopp bei seiner offiziellen Vorstellung im Presseraum an der legendären Anfield Road. „Es ist die größte Ehre, die ich mir vorstellen kann. Einer der größten Klubs der Welt gibt mir die Chance, zu helfen.

Die „Intensität des Fußballs“ und „wie Fans in Liverpool ihn leben“ mache den großen Reiz der Reds aus, so der 48-Jährige, der im Schwarzwald aufgewachsen ist. „Ich bin hier, weil Liverpool ein geiler Verein ist. Ich hatte zwei besondere Klubs mit Mainz und Dortmund. In dieser Reihe passt es perfekt.

Sportlich will Klopp, der nach Felix Magath (FC Fulham) erst der zweite deutsche Trainer in der englischen Premier League ist, dem strauchelnden und in der Liga zuletzt auf Platz zehn abgerutschten Kultklub neues Leben einhauchen. „Es ist die Zeit für einen Neustart“, sagte der deutsche Meistertrainer: „Es ist wichtig, dass die Spieler einen Unterschied spüren und merken, dass sie die hohen Erwartungen der Fans mit ihrem Einsatz auf dem Feld ausfüllen müssen. Momentan sei niemand in Liverpool zufrieden, meinte er, man erwarte in Liverpool „richtig große Schritte“. Nachdem der Traditionsklub trotz zahlreicher Neuverpflichtungen derzeit nicht in die Gänge kommt, betonte Klopp: „Vergessen wir das Geld und alle Investitionen, wir denken jetzt über den Fußball nach.“

Erstmals im Ausland

Für Klopp ist es der erste Trainerjob seit dem Ende seines siebenjährigen Engagements bei Borussia Dortmund im Sommer. Der ehemalige Mainzer Coach hatte den BVB u. a. zum Gewinn von zwei deutschen Meisterschaften (2011 und 2012) und des DFB-Pokals (2012) geführt. In Liverpool folgt Klopp auf den Nordiren Brendan Rogers, der am Sonntag nach dem 1:1 im Merseyside-Derby beim Stadtrivalen FC Everton freigestellt worden war.

Vergessen wir das Geld, denken wir über Fußball nach.

Jürgen Klopp