Vorarlberger Gäste bei EM-Party

11.10.2015 • 18:16 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die große Show des rot-weiß-roten Teams folgt zum Abschluss. Heute wollen Marcel Koller, David Alaba und Co. mit den Zuschauern feiern. Foto: gepa
Die große Show des rot-weiß-roten Teams folgt zum Abschluss. Heute wollen Marcel Koller, David Alaba und Co. mit den Zuschauern feiern. Foto: gepa

Liechtenstein wohl mit Marcel Büchel und Simon Kühne gegen Österreich.

Lustenau. Vorarlbergs Beteiligung an der heutigen EM-Party (ORF eins, live ab 18 Uhr) im Wiener Ernst-Happel-Stadion ist doch beachtlich, werden doch bei Liechtenstein mit Marcel Büchel (24) und Simon Kühne (21) zwei Kicker aus dem Ländle von Beginn an auf dem Platz stehen. Dafür wird Ingolstadt-Legionär Ramazan Özcan (31) wohl auf den Spielverlauf hoffen müssen. Denn Teamchef Marcel Koller wird auf der die EM-Qualifikation abschließenden Party wohl keinen seiner Schützlinge, die diesen Traum zur Realität haben werden lassen, aussperren. Diese Beharrlichkeit ist ein Mosaiksteinchen auf dem erfolgreich beschrittenen Weg nach Frankreich. Begonnen hat alles fast auf den Punkt genau vor vier Jahren (1. November 2011), als Koller seinen Vertrag als österreichischer Teamchef unterschrieb. Der Start war zwar holprig (1:2 in der Ukraine), doch die wichtigsten Bausteine waren auch da schon erkennbar. Die VN nennen die wichtigsten:

Marcel Koller: Sportlich ein Fachmann, der 2011 zu haben war – die richtige Entscheidung. Der Schweizer hatte einen Plan, eine Strategie, die er von Beginn an verfolgte. Mit seiner nach außen ruhigen, besonnenen Art gewann er das Vertrauen seiner Spieler. Auch seine Beharrlichkeit, sein Festhalten an den Planungen, aber auch an den beteiligten Akteuren machte ihn zu einer festen Größe im schnelllebigen Fußball-Alltag. Das Team gewann unter ihm wieder an Selbstwert.

Wohlfühloase: Klingt vielleicht eher nach Wellnessurlaub, hat aber vor allem damit zu tun, dass sich die Spieler auf die gemeinsame Zeit im Team wieder freuen. Wichtig, in Momenten, wo es beim Klub nicht so lief, ganz speziell aber auch jetzt, wo Erfolge eingefahren werden.

Selbstvertrauen: Mit dem Vertrauen in seine Spieler wuchs das ihr Selbstvertrauen. Der Glaube an
das im Training Gepredigte, stieg, weil es auch bei der Umsetzung auf dem Feld funktionierte. Inzwischen glaubt man an den Sieg, auch wenn es nicht optimal läuft – wie zuletzt in Montenegro. Vieles wird selbstverständlich, wenn man in der Weltrangliste von Platz 71 (November 2011) bis auf Rang zehn (neu, Dezember 2015) klettert).

Umschaltspiel: Schnelle Balleroberung und dann das Spiel in die Tiefe forcieren. Von der ersten Minute an hat der Teamchef seine Fußball-Philosophie den Spielern implantiert – immer und immer wieder. Und Koller hat sich die Spieler für sein System zusammengestellt. Stets im Vertrauen auf ihre Stärken, unabhängig davon, ob sie im Klub erste Wahl waren oder nicht.

Fokussierung: „Wir denken von Spiel zu Spiel.“ Dieser Satz wiederholt sich immer wieder. Ganz so leicht, wie er nun von den Lippen kommt, war es für Christian Fuchs und Co. nicht. Der Kapitän gibt zu, dass es für viele im Team ein Lernprozess war. Inzwischen aber lebe man diesen Satz, der Fokus sei stets einzig und allein auf das nächste Spiel bzw. den nächsten Gegner gerichtet.

Erfahrung: Bei der WM 1998 in Frankreich konnte der damalige Teamchef Herbert Prohaska auf fünf Auslandslegionäre zurückgreifen. Im Kader gegen Liechtenstein stehen nicht weniger als 20 Spieler, die ihr Geld bei ausländischen Klubs verdienen. Österreichs Spieler gehören Englands Premier League oder in der ersten Bundesliga in Deutschland zu den Stammkräften. Das macht sich bezahlt für das Nationalteam. Noch ein Unterschied: 1998 war mit Ivica Vastic ein Spieler mit migrantischem Hintergrund im Augebot, aktuell sind es sieben.

Fans: 70.000 Karten hätte der ÖFB für das Spiel gegen Liechtenstein verkaufen können. 2001 waren in Innsbruck (2:0) gerade einmal 13.000 Zuschauer im Stadion. Der Hype um das Nationalteam ist riesig, der „zwölfte Mann“ als entscheidender Erfolgsfaktor.