Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Erfolg macht interessant

12.10.2015 • 20:23 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Es gehört zum Geschäft, insbesondere zum Fußball-Business: Wer erfolgreich arbeitet, stellt sich in die Auslage und macht sich interessant. So wie Österreichs Teamchef Marcel Koller. Doch der Schweizer kennt auch die Kehrseite der Medaille. Er hat Bochum einst in die Bundesliga geführt, die „graue Maus“ drei Jahre in der Liga gehalten – und dennoch trennte sich der Klub von ihm.

Sechs Jahre später ist „unser Koller“ eine gefragte Aktie auf dem Trainermarkt. Gründe dafür sind leicht zu finden: Weil ihm von ÖFB-Präsident Leo Windtner trotz Kritik, anfänglich zuweilen unter der Gürtellinie, das Vertrauen geschenkt wurde. Weil Koller beharrlich, manchmal fast ein wenig stur scheinend, seine Linie durchzog. Weil die Spieler von Beginn an mit Vertrauen den Ausführungen des „Arbeiters Koller“ folgten.

Jetzt, da die Erntezeit, sprich EM-Endrunde, wartet, darf und wird er sich diese Chance trotz finanzieller Verlockungen nicht entgehen lassen. Vielmehr erscheint mir gut möglich: Marcel Koller wird der „Joachim Löw Österreichs“, sprich unser Langzeit-Teamchef. Dazu bedarf es vielleicht ein wenig Verhandlungsgeschick. Zumal, vice versa: Nicht nur der Trainer, auch das Team ist interessanter geworden.