Gesamtplan, aber: bitte warten

Sport / 13.10.2015 • 23:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Reichshofstadion und das Areal (hinter der Fantribüne Nord) hat eine Fläche von gut drei Hektar. Fotos: Steurer/3, Privat
Das Reichshofstadion und das Areal (hinter der Fantribüne Nord) hat eine Fläche von gut drei Hektar. Fotos: Steurer/3, Privat

Das Reichshofstadion soll zukunftsfit gemacht werden, Masterplan in Ausarbeitung.

Lustenau. Erbaut in den 50er-Jahren, „kosmetisch“ adaptiert kurz vor der Jahrtausendwende: Das geschichtsträchtige Reichshofstadion in Lustenau ist in die Jahre gekommen. Die Spielstätte der Profis des SC Austria Lustenau bedarf einer Erneuerung. Dieses Bewusstsein ist nun auch in der Gemeindestube verankert. Zumal die Grundsatzentscheidung bezüglich des Stadionstandorts in Lustenau endgültig gefallen ist. Kein Neubau, dafür eine sukzessive Erneuerung bzw. Adaptierung des Reichshofstadions für den Profifußball. Damit fiel die Entscheidung für ein Stadion der kurzen Wege, für einen Fußballplatz mit Geschichte und einen Rasen, auf dem schon Fußball-Geschichte geschrieben wurde.

Der nächste Schritt ist die Ausarbeitung eines Mastersplanes durch die Architektur-Werkstatt von Hugo Dworzak. Dieser soll nicht nur das Stadion selbst beinhalten, sondern das gesamte Areal hinter der ehemaligen „Taverne zum freien Reichshof“ mit dem jetzigen Eisstockschützenplatz, dem kleinen „Tschuttaplatz“, dem Kiesparkplatz bis hin zum Seniorenhaus Schützengarten. Einfließen in die Planung wird zudem das Projekt „Rhesi“ (Hochwasserschutz im Rheinvorland). Dabei soll es um eine höhere Attraktivität des zentrumsnahen Geländes gehen – auch für die Anwohner. Für Austria-Präsident Hubert Nagel alles gute Ansätze, auch wenn der Langzeitklubchef bezüglich Stadion stets für einen Standort an der Ortsgrenze plädiert hat. „Wenn die Versprechungen eingehalten werden“, meint Nagel, dann hätte das alte, neue Reichshofstadion durchaus seinen Charme. Dem kann Günther Fitz, der für die Austria die Verhandlungen mit der Gemeinde führt, nur zustimmen. Er berichtet hinsichtlich des letzten Gesprächs von einem ersten Etappenplan, der 2017 – „idealerweise Ende 2016“ – umgesetzt werden soll. Dies bestätigt auch Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer. Für ihn haben natürlich auch die finanziellen Aufwendungen einen hohen Stellenwert. „Eine Umsetzung kann nur in enger Abstimmung mit dem Land Vorarlberg passieren. Wie das auch in Altach geschehen ist“, sagt Lustenaus Gemeindechef. Für die Gemeinde allein sei eine Finanzierung eines solchen Bauprojektes nicht möglich. Was die Umsetzung betrifft, so spricht er realistischerweise von 2017, weil „wir 2016 im Finanzplan keine Mittel dafür freimachen können“. Immerhin dürfte die Umsetzung des ersten Bauabschnittes ein Gesamtvolumen bis zu drei Millionen Euro erfordern. Das beinhaltet u. a. eine diskrete Rasenverlegung Richtung Osten ebenso wie einen Tribünen-Neubau. Übereinstimmung herrscht auch in puncto Kapazität. Im Endausbau soll das Stadion, bei besserem Komfort (derzeit 8800) gut 6600 Fans Platz bieten.

Umsetzung kann nur in Abstimmung mit dem Land passieren.

Kurt Fischer
Wenig attraktiv ist der Haupteingang beim Reichshofstadion.
Wenig attraktiv ist der Haupteingang beim Reichshofstadion.
Mehr Baustelle denn Stadion.
Mehr Baustelle denn Stadion.
Die Stahlgerüsttribüne beinhaltet ein gewisses Sicherheitsrisiko.
Die Stahlgerüsttribüne beinhaltet ein gewisses Sicherheitsrisiko.