FIFA untersucht WM-Vergabe an Deutschland

Sport / 16.10.2015 • 21:51 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Über dem „Fußball-Sommermärchen 2006“ liegt plötzlich ein Schatten.

Zürich. Der Fußballweltverband FIFA will die Vergabe des WM-Turniers 2006 an Deutschland untersuchen. Dazu gebe es sehr ernste Bestechungsvorwürfe, wurde mitgeteilt. Die Ermittlungen würden Teil der unabhängigen internen Untersuchung der FIFA. Der Verband bezog sich auf einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, demzufolge das deutsche Bewerbungskomitee eine Schwarzgeld-Kasse im Umfang von 10,3 Mill. Schweizer Franken unterhielt. Das Geld soll dazu genutzt worden sein, bei der Abstimmung über das Austragungsland vier der 24 Stimmen im FIFA-Exekutivkomitee für Deutschland als WM-Gastgeber zu kaufen. Bei der Abstimmung im Sommer 2000 hatte Deutschland einen Vorsprung von einer Stimme gegenüber Südafrika.

Das angebliche Schwarzgeld soll laut dem Magazin der verstorbene frühere Chef des Sportartikelherstellers Adidas, Robert Louis-Dreyfus, geliehen und vor dem Turnier zurückverlangt haben. Der Deutsche Fußball-Bund DFB habe die geforderten
6,7 Mill. Euro als deutschen Beitrag für die geplante und später abgesagte Eröffnungsgala im Berliner Olympiastadion deklariert und auf ein FIFA-Konto überwiesen.

Der DFB wies den Bericht als haltlos zurück. Die Schlussfolgerung des Blattes, bei der Abstimmung seien Stimmen gekauft worden, sei nicht durch Fakten belegt. Allerdings räumte der DFB ein, dass im April 2005 eine Zahlung des Organisationskomitees der WM 2006 in Höhe von 6,7 Mill. Euro an die FIFA geleistet wurde.