„Froh, wieder am Platz zu sein“

Sport / 16.10.2015 • 21:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Stiegentraining im ehemaligen EM-Stadion von Guimarães mit seinem Physiotherapeuten Martin Hämmerle (rechts). Foto: gepa
Stiegentraining im ehemaligen EM-Stadion von Guimarães mit seinem Physiotherapeuten Martin Hämmerle (rechts). Foto: gepa

Für Christian Schilling wird das Spiel bei Sturm auch eine Reise in die Vergangenheit.

Altach. Graz, Innsbruck und nun Altach – die Ortschaften sind kleiner geworden, nicht aber die Anforderungen. „Vor allem in taktischer Hinsicht“, erzählt Christian Schilling, habe er noch einigen Nachholbedarf. Körperlich hat Altachs Linksverteidiger in den letzten Wochen und Monaten mit Physiotherapeut Martin Hämmerle – „Ihm verdanke ich viel“ – richtig gut gearbeitet. Das war auch bitter notwendig, denn nach einer Notoperation an der Schulter verpasste er fast drei Monate. Heute, da er gegen Austria Wien ein Comeback in der Startformation („Ich habe es mir gewünscht und war auch bereit, dennoch war es ein wenig überraschend“) gefeiert hat, sagt er schon ein wenig erleichterter: „Ich habe inzwischen gelernt, mit Verletzungen umzugehen.“ Ein Blick auf die Krankenakte des Linksfuß unterstreicht seine Aussage: Bänder, Schulter, Muskelfaserriss, Nasen-OP, Schlüsselbeinbruch, Trommelfellriss, Innenbandriss im Knie und zuletzt erneut die Schulter. Trotz seines jugendlichen Alters (23) hat Schilling schon einige Rehas hinter sich.

Das allerdings ist für den gebürtigen Grazer inzwischen Schnee von gestern, er lebt im Hier und Jetzt. Und das heißt: „Wir wollen punkten, auch in Graz.“ In seiner Heimatstadt, bei Sturm, wo er kurzfristig, zwischen seiner GAK-Zeit, einmal kickte. „Ich war eigentlich nie der Fan, der sagt: Entweder oder.“ Letztendlich habe er sich für die „Rotjacken“ entschieden, weil sich dort Schule (Gymnasium) und Fußball am besten verbinden ließen.

Ein gebürtiger Grazer

In Altach fühlt er sich, nicht erst seit seinem ersten Einsatz in der Bundesliga, so richtig angekommen. „Als ich im Spital war, habe ich von den Kollegen andauernd Genesungswünsche bekommen oder auch aufmunternde Worte. Das ist nicht selbstverständlich. Jetzt bin ich einfach froh, wieder am Platz zu stehen“, sagt Schilling, der vor dem Spiel in Graz auf 45 Bundesliga-Einsätze und drei Tore – allesamt im Wacker-Dress – verweisen kann. Alt­achs Teamspirit aber hat nun auch Schilling infiziert – positiv. Als Graz-Kenner weiß er allerdings um die Stärken von Sturm. „Sie bringen immer wieder junge Spieler nach oben. Der Übergang klappt gut. Die Mannschaft spielt einen attraktiven Fußball. Wir müssen dagegenhalten, sodass die Sturm-Fans unzufrieden werden.“

Persönlich jedenfalls fühlt er sich zu hundert Prozent fit, auch dank der Länderspielpause. Denn: „Gegen die Austria habe ich nach 70 Minuten schon ein wenig den Kräfteverschleiß verspürt.“ Was auch sein Coach Damir Canadi mit einem Schmunzeln quittierte: „Ein Spiel ist eben immer was anderes. Das spürt jeder, selbst wenn er mit Martin Hämmerle jeden Berg im nahen Umkreis besteigt.“

Die Zeit nach der Operation war mental nicht leicht zu verarbeiten.

Christian Schilling
Bereit für die restliche Saison: Christian Schilling fühlt sich wieder fit und freut sich auf die kommenden Aufgaben mit Altach.
              Foto: gepa

Bereit für die restliche Saison: Christian Schilling fühlt sich wieder fit und freut sich auf die kommenden Aufgaben mit Altach.

Foto: gepa