Generationswechsel als Chance

Sport / 16.10.2015 • 22:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kugel-Mission: Anna Fenninger und Marcel Hirscher.
              Foto: gepa

Kugel-Mission: Anna Fenninger und Marcel Hirscher.

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Skiverband nimmt den Nachwuchs in die Pflicht – Weltcupkugeln im Fokus.

Wien. Trotz der vielen Rücktritte blickt die Alpinabteilung des Skiverbands dem neuen Winter mit Zuversicht entgegen. Nicht nur weil man mit Anna Fenninger und Marcel Hirscher nach wie vor die Titelverteidiger im Weltcup in den Reihen hat, die neuerlich auf die großen Trophäen losgehen, sondern weil Generationswechsel oftmals durchaus auch Positives bewirken können.

Zeit, um sich zu etablieren

Nach Marlies Schild 2014 traten deren Ehemann Benjamin Raich, Slalom-Ass Mario Matt, die Dauerbrenner Nicole Hosp und Kathrin Zettel sowie Andrea Fischbacher, Regina Sterz und Alexandra Daum zurück. „Das wird sicher keine leichte Saison. Aber es ist eine Chance und eine Möglichkeit für die Jungen. Und es sind ja noch Erfahrene mit dabei, an denen können sich die Jungen orientieren. Wir geben ihnen die Zeit, sich zu etablieren“, sagt Sportdirektor Hans Pum.

Der Fokus liege im Zwischenjahr ohne WM oder Olympia auf den Weltcupkugeln. „Anna hat die Chance, den Weltcup ein drittes Mal zu holen. Marcel kann mit dem fünften Mal Geschichte schreiben. Das wäre ganz was Besonderes“, meinte Pum.

Präsident Peter Schröcksnadel steigt vorsorglich auf die Euphoriebremse. „Die Wahrscheinlichkeit, dass die zwei das wieder gewinnen, ist nicht sehr groß. Die Möglichkeit ist da, aber nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung darf man nicht zu viel erwarten. Schaffen können sie es, aber es ist gegen die Statistik.“

Schlagkräftiges Team

Das Team sieht er grundsätzlich schlagkräftig, Ausnahme bildet der Technikbereich der Herren. „Das ist der einzige Punkt, wo ich sage, da sind wir nicht sehr gut aufgestellt. Aber wir haben sehr gute Junge, die nun in einem früheren Alter die Möglichkeit bekommen, reinzufahren. Weil es ein Zwischenjahr ist, schraube ich die Erwartungshaltung herunter.“

Vom vielen Abschiednehmen hat sich Schröcksnadel übrigens nicht anstecken lassen. „Ich habe noch Feuer. Gott sei Dank brauche ich nicht so viel Kondition wie die Rennläufer, und vielleicht nicht so viel Überwindung“, sagte der 74-Jährige. „Es gibt verschiedene Gründe aufzuhören. Entweder du wirst aufgehört – aber wir sind ordentliche Leute, da passiert gar nichts. Oder es freut dich nicht mehr. Oder eben man findet jemanden, der geeignet ist, den Job zu machen. Das ist das Schwierigste. Ich suche seit Längerem.“

Die nächste Gelegenheit für intensive Gespräche gibt es am nächsten Wochenende beim Weltcup-Auftakt mit den Riesentorläufen in Sölden. Als Vorjahressieger gehen ex aequo Fenninger und Mikaela Shiffrin sowie Hirscher an den Start.