Ein rabenschwarzer Arbeitstag

Sport / 18.10.2015 • 22:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein Bild mit Symbolcharakter: Jubelnde Sturm-Spieler und ein niedergeschlagener SCRA-Kapitän Philipp Netzer.
Ein Bild mit Symbolcharakter: Jubelnde Sturm-Spieler und ein niedergeschlagener SCRA-Kapitän Philipp Netzer.

Cashpoint Altach verlor nach Katastrophenhalbzeit in Graz am Ende mit 1:3.

Schwarzach. Es bleibt dabei, Graz ist weiterhin kein guter Boden für den Cashpoint SCR Altach. Im neunten Duell setzte es die achte Niederlage – und wieder war sie hausgemacht. Fast pomadig agierten die Vorarlberger in Halbzeit eins und luden die verunsicherten, aber aggressiv zu Werke gehenden Steirer geradezu zum Toreschießen ein.

Bereits nach 70 Sekunden war der Matchplan zerstört, als die SCRA-Hintermannschaft nach einem schon abgewehrten Ball zu weit aufrückte und die beiden Ex-Altacher Thorsten Schick (Flanke) und Roman Kienast (Kopfball) den Grazer Führungstreffer besorgten. Der Treffer führte zu noch mehr Unruhe im Spiel der Vorarlberger. Praktisch jeder Ballverlust führte zu einer gefährlichen Situation vor dem eigenen Tor. Nur 569 Sekunden nach dem 0:1 lagen Netzer und Co. schon 0:2 zurück. Der Kapitän vermochte sich nach einem total vermurksten Abschlag von Goalie Andreas Lukse nur noch mit einem Foul zu helfen und den fälligen Freistoß zirkelte Michael Madl genau ins Kreuz­eck. Zwei Torschüsse, zwei Treffer – der Grazer Effizienz hatte Altach nichts entgegenzusetzen. Noch schlimmer war das Defensivverhalten zeitweise gar fahrlässig.

Trainer Damir Canadi hatte schon vor dem Pausenpfiff genug gesehen und war schon frühzeitig in der Kabine verschwunden. Um dann zur Halbzeit das Wechselkontingent voll auszuschöpfen. Das hatte zwar kurzfristig eine Verbesserung, auch ergebnistechnisch gebracht, doch es barg auch eine gewisse Gefahr in sich. Was der Zusammenstoß zwischen Hannes Aigner und Patrick Seeger kurz nach Wiederanpfiff bewies. „Ein Pressball, bei dem ich den Fuß noch in der Luft hatte“, klärte Aigner, der am Tag danach noch ein geschwollenes Knie hatte, auf. Erst heute wird sich der 34-Jährige einer genaueren Untersuchung unterziehen. „Ich hoffe, nichts Schlimmes“, sagte er, wohlwissend, dass der Gesamtauftritt in Graz schlimm genug war.

Sturms zweifacher Torschütze Roman Kienast setzt sich gegen Altachs Abwehrchef César Ortiz durch. Fotos: apa/3, gepa
Sturms zweifacher Torschütze Roman Kienast setzt sich gegen Altachs Abwehrchef César Ortiz durch. Fotos: apa/3, gepa
Christian Schilling verliert den Zweikampf gegen Simon Piesinger.
Christian Schilling verliert den Zweikampf gegen Simon Piesinger.
SCRA-Goalie Andreas Lukse gegen einen aggressiven Kristijan Dobras.
SCRA-Goalie Andreas Lukse gegen einen aggressiven Kristijan Dobras.

Stimmen

Damir Canadi,

Trainer Cashpoint SCR Altach

Wenn man nach Graz fährt und sich so präsentiert, kann man nicht zufrieden sein. Die Statistik an sich war nicht ganz so schlecht, aber in der ersten Hälfte war sie desolat. Wir sind heute am Fehlen unserer Grundtugenden gescheitert.

Hannes Aigner,

Spieler Cashpoint SCR Altach

Wir tun gut daran, wenn wir das Spiel intern aufarbeiten. Das werden wir auch tun und Dinge ganz klar ansprechen.

Andreas Lukse,

Spieler Cashpoint SCR Altach

In der ersten Hälfte waren wir inferior, da hätten wir nicht einmal gegen einen Viertligisten gewonnen. Der Trainer hat in der Pause nicht geschrien, sondern war total ruhig. Das ist ein schlechtes Zeichen, weil er in diesem Fall sehr enttäuscht ist.